Wenn Holzwürmer eine Pyramide bauen

Ganz viel Spaß hatten die Kinder beim Christenlehre-Abschluss in Tiefenort. Am 1. Juli gab es dort das Singspiel „Mose“ zu sehen, und die beiden Akteure Gaby und Amadeus Eidner verstanden es perfekt, die Kinder mit einzubinden.

Mose-Singspiel begeistert auf ganzer Linie

Sie erzählten die Geschichte zweier Holzwürmer, die von der Arche Noah aus nach Ägypten gekommen waren und dort am Nil strandeten. Die beiden bekamen mit, wie unbarmherzig der ägyptische Herrscher, der Pharao, mit dem Volk der Israeliten umging: Alle Söhne sollten getötet werden. Nur Mose wurde gerettet, weil er in einem Schilfkorb von der Tochter des Pharaos gefunden wurde.

Mose erhält eine königliche Ausbildung u.a. im Rechnen – und so einfach wie mit Eidners haben wir noch nie rechnen gelernt. Eigens für dieses Musical entstand ein „Mathe-Song“, und selbst die großen Kinder und die Erwachsenen waren begeistert.

Pyramidenbau mit Schuhkartons

Hand in Hand arbeiteten die Israeliten damals, um königliche Paläste und Pyramiden zu bauen. Alle waren gefragt, mit anzupacken, um mindestens 160 Schuhkartons zu einer Pyramide im Altarraum zusammenzustellen. Doch zuerst wurden die Aufseher bestimmt – einige Väter bekamen nicht nur den gelben Helm auf, sondern auch eine tragende Rolle zugewiesen.

Hand in Hand arbeiten alle zusammen, um die Pyramide fertigzustellen

Aber schließlich war es Zeit, die Sklavenarbeit zu beenden. Mose bat den Pharao, das Volk ziehen zu lassen – aber der lehnte ab.

Erst nach der 10. Plage ließ er das Volk widerwillig ziehen. Unter einem Tunnel von großen Wassertropfen konnte sich das Volk in Sicherheit bringen. 200 Ballons in Blau und in Weiß schwebten dazu auf die Kinder nieder – was für ein Bild.

Jana Volkmann aus ehrenamtlicher Christenlehre-Arbeit verabschiedet

Nun hieß es Abschied nehmen. Wir haben uns zuerst bei Gaby und Amadeus Eidner für den tollen Nachmittag bedankt. Dann haben wir schweren Herzens Jana Volkmann aus der Christenlehre-Arbeit in Tiefenort verabschiedet. Sie hat seit 2018 unsere drei Christenlehre-Gruppen aufgebaut und geleitet, Familiengottesdienste und Weltgebetstage mit vorbereitet und gefeiert und in der Konfirmandenarbeit tatkräftig unterstützt. Mehr als 35 Kinder hat sie in den Jahren begleitet. Für ihre ehrenamtliche Arbeit – neben der Ausübung ihres Berufs – gebührt ihr unser tiefster Dank.

Ab September werden wir nun die Christenlehre-Arbeit auf neue Füße stellen. Dann dürfen wir Gemeindepädagogin Doreen Pehlert bei uns im Team begrüßen.

Wer hat an der Zeit gedreht?

Vom sinn-vollen Umgang mit der Zeit: Gedanken zum Jahreswechsel 2021/22

Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät? Schon wieder ein neues Jahr. Die Zeit rennt. Wie schnell die Zeit vergeht, merken wir, wenn der Tag vorüber ist. Wir wollten doch noch… so vieles machen. Aber irgendwie haben wir die Zeit mit unnützen Dingen verplempert. Zeitdiebe haben uns gestört, uns abgelenkt – wie häufig lassen wir uns ablenken von wirklich wichtigen Dingen!

Was machen wir mit der uns gegebenen Zeit? Am Ende des Jahres – und gerade wieder zum Anfang des Neuen Jahres denken wir darüber nach, was aus 365 Tagen, die uns gegeben waren, geworden sind und werden können. Wie haben wir sie genutzt, die Tage? Waren es gute Zeiten – oder schlechte Zeiten? Können wir sinnvoller mit unserer Zeit umgehen?

Wie nutzen wir diese Zeit? 365 Tage eines Jahres, 8760 Stunden, 525600 Minuten, 22896000 Sekunden. Glaubt man wissenschaftlichen Studien, dann verbringt ein Mensch in Deutschland mehr als die Hälfte seines Lebens mit Schlafen und Fernsehen; 24 Jahre und vier Monate schläft der Deutsche im Durchschnitt, zwölf Jahre verbringt er vor dem Fernseher. So steht es in der Zeitverwendungserhebung 2012/2013, die das Statistische Bundesamt 2016 vorgestellt hat. Ich wollte es genauer wissen, habe weitergelesen:

Die Hälfte unseres Lebens verschlafen wir oder sitzen vor dem Fernseher

  • -12 Jahre wird geredet, davon geht es zwei Jahre und 10 Monaten nur um Klatsch, Tratsch und sich über andere lustig machen.
  • – 8 Jahre unseres Lebens arbeiten wir
  • – 5 Jahre lang widmen wir uns dem Thema Essen
  • – 2 Jahre und 6 Monate sitzen wir im Auto auf der Fahrt zur Arbeit, zum Einkaufen, in den Urlaub, im Stau
  • – 1 Jahr und 10 Monate widmen wir uns der Bildung: Schule, Ausbildung, Studium und Weiterbildung
  • – sportlich verausgaben wir uns genau 1 Jahr und 7 Monate
  • – 16 Monate lang unseres Lebens putzen wir
  • – 12 Monate besucht der Bildungsbürger Kino, Theater oder Konzerte
  • – mit Wäsche-Waschen und Bügeln verbringen wir 9 Monate
  • – ebenso lang, 9 Monate, wird mit den eigenen Kindern gespielt
  • – 4 Monate wird am Computer gespielt – seit der letzten Erhebung sind aber bereits 10 Jahre verstrichen..

Zwei Wochen im Leben beten wir…

– 2 Wochen wird gebetet, immerhin. Ob es in der Krise mehr geworden ist oder eher weniger? Lag es daran, dass wir uns in dieser Zeit mehr gefürchtet oder geärgert haben – oder beteten wir, weil es uns im Grunde doch ganz gut ging? Das kommt auf die Sichtweise und die Einstellungen an. War es ein gutes Jahr oder ein Schlechtes? Worauf richten wir unseren Focus? Auf die Ernte oder auf das Unkraut? Auf das Gute oder das Böse?

Stellt euch einen Moment lang vor, ihr seid Gärtner in einem großen Gewächshaus, dass sich auf Tomaten spezialisiert hat. Konzentriert euch auf eure Tomatenpflanzen, und seht, wie sie wachsen und gedeihen, Knospen und Blüten ansetzen, die ersten Früchte bilden und dann knackige, rote Tomaten bilden. Und dann richtet eure Aufmerksamkeit einen Moment lang auf das Unkraut, wie schnell es dazwischen wächst, und die Mühe, die es kostet, das Beet zu jäten. Was macht euch mehr Freude? Was macht euch glücklicher? Seid ihr zufriedener, wenn ihr eure Pflanzen wachsen, reifen und köstliche Nahrung hervorbringen seht, oder seid ihr glücklicher, wenn ihr euch über das Unkraut ärgert?

Bist du glücklicher, wenn du dich über das Unkraut ärgerst?

Ihr kennt die Antwort. Wir sind glücklicher, wenn wir uns auf das Gute konzentrieren, anstatt uns darüber zu ärgern, was es alles im Keim erstickt werden könnte. … Ihr würdet staunen, was passiert, wenn wir aufhören, das Unkraut mit wütender Aufmerksamkeit „zu gießen“ und wir uns stattdessen auf das Gute konzentrieren würden.

So eine Verwandlung passiert auch Bruce im Film Bruce allmächtig. Er ist Journalist, Anchormann, wie es Klaus Kleber war, der am 30.12. seine letzte Nachrichtensendung moderierte. Bruce ist stinksauer, dass er nicht den Posten erhält, der ihm seiner Meinung nach zusteht – und macht alle anderen dafür verantwortlich: seinen Chef, seinen Kollegen, den er als Konkurrenz ansieht, seine Frau, die ihn nun wirklich unterstützt, auch wenn ihr sein Ego-Tripp mächtig auf den Geist geht. Wie immer in guten Filmen: es geht noch schlimmer: er verliert den Job, seine Frau verlässt ihn, sein Hund pinkelt in der Wohnung – bis er Gott trifft und der den göttlichen Funken in ihm zum Leben erweckt. Und plötzlich funktioniert es wieder in seinem Job, mit seinem Hund, seine Frau kehrt zurück… Seine größte Erkenntnis: Sei selbst das Wunder – statt über andere zu fluchen.

Unsere Zeit steht in Gottes Händen – er hat sie uns geschenkt, nicht wir selbst. Nutzen wir die Zeit – carpe diem, indem wir uns mehr mit sinnvollen Dingen beschäftigen und weniger Zeit uns durch Zeitdiebe und Ärger aller Art „klauen“ lassen. Also: mehr von dem, was uns gut tut, tun – und weniger das, was uns nicht gut tut oder gar schadet. Gut tun uns gute soziale Aktivitäten: Gemeinschaft mit anderen haben, etwas gemeinsam erarbeiten, „lernen“, miteinander über Gott und die Welt reden, ehrenamtlich etwas voranbringen und sich freuen, wenn was klappt; sich den Dank der Gemeinschaft, neudeutsch: Community, gefallen lassen.

Wir sollten mehr von dem tun, was uns gut tut

Wenn sich 40 Leute dafür 1 Stunde pro Woche freimachen würden: was könnte in unserer Gemeinde, in unserem Dorf, in unserer Gemeinschaft nicht alles ins Laufen gebracht werden? Was würdest du tun können – wenn du alle Freiheiten hättest? Was kannst du so gut, dass es dich kaum eine Mühe kostet? Ich kann z.B. Kaffee kochen – auf Knopfdruck gewissermaßen; andere können kochen und backen, Leute besuchen, Jugendliche begleiten… Womit kannst du anderen eine Freude machen? Vielleicht mit einem Ständchen, mit Musik, einem Gedicht, einem Anruf? Nutzen wir das, was wir können, was wir ohne Probleme einsetzen können. Verbringen wir die Zeit sinnvoll mit anderen. Dazu gehört neben der Zeit mit der Familie, den Gesprächen mit anderen und das ehrenamtliche Engagement auch die bewusste Auszeit für die Seele: wir brauchen das: die Auszeit für unsere Seele: Das wieder runterkommen aus dem stressigen Alltag, das kurz mal abschalten können, das alles loswerden dürfen bei Gott. Wir brauchen die Stärkung durch Wort und Sakrament, das Gespräch mit Gott im Gottesdienst und Gebet, wie wir sinnvoll die uns geschenkte Zeit einsetzen können – in seinem Sinne. Ihm sind wir verantwortlich, geben wir ihm und seiner Gemeinde ein Stück von der Zeit zurück, die wir von ihm erhalten haben.

Arbeiten am Pfarrhaus – nächste Runde

Die Arbeiten am Pfarrhaus in Tiefenort schreiten voran. Nachdem wir die ersten Arbeiten im ersten Bauabschnitt Ende letzten Jahres ausschreiben und gut vergeben konnten, haben die ersten Firmen ihre Arbeit aufgenommen. Dabei wurde im Erdgeschoss der Fußbodenbereich abgesenkt und ausgeschachtet für eine neue Bodenplatte und Rohrleitungen verlegt. Danke, dass die Arbeiten so gut voran gekommen sind.

Am Wochenende zum 30. Januar gab es dann noch einen besonderen Arbeitseinsatz. Mit schwerem Gerät wurde der Anbau abgerissen und die Schwellen freigelegt. Der Bagger hat mit Pfr. Thomas Volkmann und Martin Müller an dieser Stelle ganze Arbeit geleistet. Weitere Aufräum- und Abrissarbeiten im Gebäude und auf dem Pfarr-Gelände wurden am Samstag auf den Weg gebracht.

„Wir sind damit einen entscheidenden Schritt weitergekommen,“ meinte Pfr. Thomas Volkmann. Bereits von innen war festgestellt worden, dass die Schwellenbalken verfault waren. Nun kann der Schaden von beiden Seiten angegangen werden.

Bauarbeiten am Pfarrhaus – Jo, wir schaffen das!

Manchmal fühle ich mich zurückversetzt in die Kindheit meines Sohnes. Wie gerne hat er „Bob der Baumeister“ geschaut. Egal wie schwierig es wurde, wie kompliziert die Aufgaben, und mit was für Rückschlägen zu rechnen war, der Spruch hieß immer: Können wir das schaffen? – Jo, wir schaffen das!

Los geht‘s: Städtebau-Mittel wurden bewilligt

Stadtrats-Sitzung am 7. Mai 2020

Nun ja, die erste Hürde hatten wir genommen: Städtebau-Mittel wurden bewilligt. Die Stadträte haben in ihrer Sitzung am 6. Mai übrigens einstimmig ohne Gegenstimme beschlossen, die energetische Sanierung des Pfarrhauses mit einem entsprechenden Eigenanteil zu fördern. Für das entgegen gebrachte Vertrauen und die Investition in die Zukunft bedanken wir uns ganz herzlich.

Damit hatten wir endlich Planungssicherheit und konnten zusammen mit unserem Architekten Felsberg und Bauingenieur Toni Müller endlich konkret die Sanierung angehen.

Rückschlag: Feuchtes Fundament

Der erste Rückschlag ließ nicht lange warten: Bei Probebohrungen wollten wir nach dem Auflagebalken suchen – und ob wir den vielleicht austauschen müssten. Gefunden haben wir stattdessen ein feuchtes Fundament. Die Ursache war dann auch schnell gefunden: Die Klänge vor dem Haus war nicht dicht, Regenwasser wurde an das Haus gespült und versickerte dort, anstatt abzulaufen. Wir mussten die Feuchtigkeit loswerden – nur das stand nicht im Plan, und Kosten waren dafür auch nicht vorgesehen.

Ehrenamtliche helfen – DANKE

Was tun? Wir haben mit vielen Ehrenamtlichen an zwei Wochenenden 1. den Beton in der Klänge aufgemeißelt und weitgehend per Hand ausgeschachtet.

2. wurden die Bodenplatten im Inneren aufgestemmt, so dass die nassen Wände und Fundamente abtrocknen konnten.

3. wurden die Dachrinnen neu gefasst. In den letzten Tagen wurde zusätzlich Drainage am Haus verlegt und angeschlossen sowie die Klänge wieder verfüllt und stabilisiert.

Und ganz nebenbei wurde noch der Dachboden freigeräumt. Bei dieser Aktion sind uns einige interessante Fundstücke in die Arme gefallen, die ein Fachmann jetzt auswerten muss. Und wir haben den Anbau um ein Stockwerk kürzer gemacht – vorerst.

Danke für die tolle Unterstützung

Ich bin sehr, sehr dankbar für das alles, was da bisher gelaufen ist: es hat uns weiter gebracht, in jeder Hinsicht. Danke! – für alle Hilfe, auch für die finanziellen Spritzen, die gekommen sind, seitdem wir z.B. auf Facebook davon berichtet haben.

Es werden nicht die letzten Schwierigkeiten sein, auf dem Weg zum „Neuen Pfarrhaus“, das weiß jeder, der ein über 300 Jahre altes Gebäude saniert.

Aber ich bin sicher: Mit Gottes Hilfe, einer guten Portion Mut, ein bisschen Risikobereitschaft und hoffentlich ganz viel Hilfe dürfen wir sagen:

Jo, wir schaffen das!

Katastrophe am Pfarrhaus: Wir müssen Fundamente trocken legen

Guten Tag, alle miteinander!

Ich wende mich auf diesem Wege an Euch, weil wir brauchen akut Eure Hilfe!

Eigentlich wollten wir diese Woche die Ausschreibungen vorbereiten für die energetische Grundsanierung des Pfarrhauses Tiefenort, als uns bei einer Probeschachtung auffiel, dass die Mauern und das Fundament ganz schön viel Wasser gezogen hatten. Unser begleitender Bauingenieur Toni Müller hat daher einen Baustopp verhängt und die Wasser- und Abwasserwirtschaft wegen der Verlegung der Regenrinnen verständigt. Wir müssen erst das Pfarrhaus auf der Seite der Klänge trockenlegen, den Boden freilegen, die Klänge ausschachten (Beton!), die Dachrinnen verlegen. Arbeiten, die bisher nie geplant, weil vorher nie erkannt waren.

Die Wände sind feucht, das Fundament ebenfalls. Hier eine der Probeschachtungungen.

Wir werden das Problem angehen. Mit Ihrer und eurer Hilfe. Dazu müssen wir nicht nur die Klänge aufgraben – Handschachtung – sondern auch das gesamte Fundament von innen her freilegen – Handschachtung. Die kommende Zeit hatte ich mir eigentlich anders vorgestellt. Aber so ist das, wenn man ein altes Haus genauer betrachtet.
Wir werden uns dazu auch Hilfe von außen holen, und brauchen ehrenamtliche Menschen, die bereit sind, sich einzubringen mit Technik und ihrem ganz persönlichen HB1.

Wir nehmen dazu zwei Wochenenden in Blick: 10/11. Juli und 17./18. Juli, jeweils Freitags ab 17.00 Uhr und Samstag ab 9 Uhr. Vielleicht ruckt es ja so richtig – Wir wären Euch allen wirkklich dankbar!

Ganz liebe Grüße! Euer Pfr. Thomas Volkmann

Vielen Dank den Ehrenamtlichen, die bei den Probeschachtungen und den anderen Arbeiten am Pfarrhaus schon dabei waren!

Hoffnungsschimmer mit Ballons in den blauen Himmel geschickt

Zweiter Open-Air-Gottesdienst in Tiefenort vor dem Pflegeheim

Die Aufregung und der Schrecken stand wohl allen Beteiligten im Gesicht geschrieben, als am 7. Mai kurz nach 9 Uhr plötzlich im Pflegeheim Schanzehof der Feueralarm anging und nur Minuten später die Feuerwehr mit zwei Einsatzwagen und einer Drehleiter vor der Tür stand. Zum Glück war der Auslöser nur ein vergessenes Backblech gewesen. Doch so bekam der Open-Air-Gottesdienst vor dem Pflegeheim in Tiefenort eine ganz besondere Aufmerksamkeit. Aber was spräche eigentlich gegen eine Predigt von der Drehleiter in 30 m Höhe, wo sie schon mal vor Ort war? Doch zum Gottesdienst blieben die Kameraden dann doch nicht…

Feuerwehr rückt mit Drehleiter an

Für diesen ersten Gottesdienst nach der Corona-Pause hatten wir uns etwas besonderes ausgedacht. Wir wollten bewusst die Christenlehre-Kinder und die Konfirmanden einbinden – und den Bewohnern im Pflegeheim ein „Ständchen“ bringen. So ermöglichte der Open-Air-Gottesdienst fast 50 Personen auf dem Platz vor dem Schanzehof das Mitfeiern – und die Senioren konnten auf den Balkonen ebenfalls teilnehmen. Unter dem Thema „Hoffnungsschimmer“ haben wir von der Hoffnung erzählt, die uns antreibt. „Wer hätte das gedacht, dass uns das mal zur Sehnsucht wird: Zusammenstehen, dicht gedrängt, sich wohlfühlen, gegenseitig wahrnehmen. All das – gerade nicht möglich. Wir erleben, was die Krise mit uns macht. Wenn uns keiner besucht. Wenn wir keinen auf der Straße treffen. Wenn wir uns allein gelassen fühlen – im Stich gelassen. Doch Gott ist da, Gott ist nah, er lässt keinen allein.“, sagte Pfr. Thomas Volkmann in der Predigt. Diakonin Jana Volkmann ergänzte mit Worten aus dem berühmten Gedicht ‚Spuren im Sand‘: „Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen.“

Ich habe dich getragen

„Genau das ist unsere Hoffnung: Wir werden diese Krise gemeinsam bewältigen und am Ende auch wieder Gemeinschaft erleben. Mit Kontakt, Umarmen, Herzlichkeit. Wir werden erleben, dass wir miteinander im Glauben wachsen, beten und getragen sind.“ machte Pfr. Volkmann deutlich.

Im Vorfeld hatte das Vorbereitungsteam die Bewohner, Christenlehre-Kinder und die Konfirmanden nach ihren Sehnsüchten und Wünschen gefragt, die sie auf Karten schrieben. Jana und Thomas Volkmann brachten diese Wünsche zusammengefasst als Fürbitten vor Gott. Am Ende haben Christenlehre-Kinder, Konfirmanden sowie die Bewohner des Pflegeheims ihre Wünsche und Gebete an gut 80 Luftballons in den Himmel steigen lassen. Es war für alle Beteiligten ein sehr ergreifender Moment, in dem deutlich wurde, wie sehr sich alle nach Gemeinschaft sehnten.

80 Luftballons schweben in den Himmel

Wir wollten bewusst die Sorgen und Nöte der Menschen wahrnehmen und sie in dieser Form vor Gott bringen“, erzählt Pfr. Thomas Volkmann von der Idee dahinter.

„Wir wurden zu dieser besonderen Aktion von Werner König, dem Leiter des Pflegeheims, eingeladen – und haben unser Konzept um einen Open-Air-Gottesdienst mit Kindern erweitert, die in ähnlich angespannter Situation leben und nicht wie gewohnt nach draußen gehen und spielen können.“ Im Pflegeheim gilt seit Mitte März ein striktes Besuchsverbot. Bereits zum 1. April konnte Pfr. Volkmann mit einem Gottesdienst-„Ständchen“ vor der Tür für etwas Abwechslung im Alltag des Pflegeheims sorgen.

Unser Dank für alle Hilfe gilt Heimleiter Werner König und Ergotherpeutin Doreen Jäger, vor allem aber den Kirchenältesten für und Unterstützung und den Kindern und Konfirmanden aus Tiefenort für ihr Mitwirken im Gottesdienst.

50. Gottesdienst als Lektorin gefeiert

Am Sonntag Quasimodo feierte Erika Drescher im Rahmen des online-Gottesdienstes des Kirchenkreises ein kleines Jubiläum – ihren 50. Einsatz als Lektorin. „Eigentlich sollte der Sonntag Okuli mein 50. Gottesdienst werden, aber der wurde wegen Corona wie viele andere Gottesdienste abgesagt,“ meinte sie am Rande der Dreharbeiten. Umso überraschter und sichtlich erfreut war sie, als Pfr. Volkmann ihr für ihre Dienste einen Blumenstrauß überreichte und ihr für ihr Engagment in der Kirchengemeinde Tiefenort und im Kirchenkreis Bad Salzungen-Dermbach dankte.

„Sie ist zur Stelle, wenn man sie braucht,“ meint Pfr. Volkmann. Gerade um Urlaubszeiten, aber auch Vakanzen abzudecken, sind Lektoren unersetzlich – sie leiten und feiern anstelle der Pfarrer den Gottesdienst mit der Gemeinde an. „Nur mit ihnen an der Seite können wir die Dichte der Gottesdienste aufrechterhalten – und durch sie kommt noch einmal eine ganz andere Perspektive, die Sicht aus der Gemeinde, ins Spiel,“ würdigte Pfr. Volkmann die Arbeit der Lektoren.

Mit Osterkörbchen Oster-Hoffnung gebracht

Ganz viel Freude bereiteten Pfr. Thomas Volkmann und seine Kirchenältesten heute den Christenlehre-Kindern und Konfirmanden aus Tiefenort. Anfang der Woche haben Kirchenälteste in einer gemeinsamen Aktion Osterkörbchen gebastelt – natürlich mit ganz viel Abstand zueinander gefertigt. Am Gründonnerstag wurden die Körbchen dann verteilt, an den Häusern geklingelt und überreicht.

An den Osterkörbchen hing eine Osterbotschaft, die deutlich machte: „Du bist nicht vergessen, auch wenn gerade keine Christenlehre oder Konfirmandenstunde stattfinden kann.“ „Ostern erzählt vom Fest der Hoffnung, vom neuen Leben, das möglich sein wird,“ ergänzt Pfr. Thomas Volkmann. „Die Karte macht deutlich: ‚Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden‘. Das soll gefeiert werden, auch wenn das dieses Jahr vielleicht ganz anders passiert.“

Viele Familien waren von dieser Aktion positiv überrascht und haben sich über die Aufmerksamkeit riesig gefreut. Dabei wurde klar: Für viele ist die Situation nicht einfach: Die Kinder zu Hause, die Eltern im Homeoffice oder sogar selbst auf Arbeit, und Spielen und Treffen mit anderen ist nicht so einfach. „Wir wollten deutlich machen: Ostern fällt nicht aus!, verbunden mit dem Signal: Wir sind für Euch da.“

Großartige Bauwerke aus kleinen Steinen

Legotag in Tiefenort machte riesigen Spaß

Es waren wohl mehr als 100 kg Legosteine, die am Samstag zum LEGO-Tag in der evangelischen Kirchengemeinde Tiefenort zum Einsatz kamen. „Bau die Stadt deiner Träume“, hieß es für gut 25 junge Menschen, die zum kreativen Basteln in den Gemeinderaum gekommen waren. Über 100.000 Steine lagen bereit, um verbaut zu werden. Und das war für die acht- bis zwölfjährigen gar nicht so einfach. „Ich hatte extra für diesen Tag geübt,“ sagte beispielsweise Alexander im Vorfeld. Auch wenn es keine Bauzeichnungen gab: die Kinder waren erfinderisch.

Da wurden Häuser komplett mit Inneneinrichtungen ausstaffiert, andere bauten den Eiffelturm oder einen Fernsehturm nach, ergänzt mit den für die jungen Leute ganz wichtigen WiFI-Antennen. Eine andere Gruppe komplettierte einen Flughafen mit Restaurants, Parks und Einkaufläden. Doch immer wieder krachten großartige Bauwerke in sich zusammen und wurden von neuem aufgebaut, verstärkt und gesichert. Dabei konnte man gut sehen, wie sich Fähigkeiten und Gaben entwickelten und manche Partnerschaften sich gegenseitig richtig gut ergänzten. Die Zeit wurde für manchen knapp – ob man rechtzeitig fertig werden würde? Am Schluss konnten 22 Bauwerke betrachtet werden – und einige der aktiven Bastler waren schlicht über sich hinausgewachsen.

Darauf nahm Pfr. Thomas Volkmann schließlich in einem Abschluss-Gottesdienst Bezug. „Wir wollen häufig ganz hoch hinaus, so wie beim Turmbau zu Babel. Nur vergessen wir schnell, dass unsere Fähigkeiten begrenzt sind.“ „Auf was kannst du bauen?“, fragte er in die begeisterte Runde der Gottesdienstbesucher – und spielte dabei auf die Erlebnisse des Vormittags an. „Wir haben viel gelernt: sich gegenseitig zu helfen, zu unterstützen, einander aufzubauen, wenn was zusammenstürzt. Es sind neue Freundschaften entstanden. Und dass es nicht darauf ankommt, der erste zu sein, sondern mutig seinen Weg zu gehen – das fällt nicht so vom Himmel, sondern wird uns von Gott geschenkt,“ meinte der Pfarrer. Wichtig sei im Leben immer wieder, auf das richtige Fundament zu setzen und sich dabei von Gott geliebt zu wissen. „Zu wissen, was gilt und worauf ich mich verlassen kann, ist gerade in diesen Zeiten wichtig,“ spielte er auf die aktuellen Ereignisse in Thüringen und Hanau an. „Genau das hat Jesus uns vorgelebt: Vertrau auf Gott und lebe dieses Vertrauen – auch nach außen, zu deinen Mitmenschen!“

Die Begeisterung für den Legotag sprang auch auf die Besucher des Abschlussgottesdienstes über. „Wir erreichen so auch Menschen, die nicht aktiv zur Kirchengemeinde gehören“, erklärt Susi Heiderich das Phänomen. Sie hat als Gemeindepädagogin 2015 das Konzept für den Legotag entwickelt und kommt seitdem immer wieder in die Gemeinden, um es umsetzen. „Man merkt, ohne Unterstützung geht es nicht. Die ist da. Nicht nur durch den Pfarrer, sondern auch bei den Kirchenältesten und den Eltern,“ zeigte sich Diakonin Jana Volkmann dankbar, die vor Ort ehrenamtlich die Christenlehre leitet. So war es sicher nicht der letzte Legotag, der in Tiefenort angeboten wurde.

Wir bauen eine Stadt

Am 22. Februar laden wir alle ganz herzlich zum Legotag in unser evangelisches Gemeindehaus nach Tiefenort ein. Über 10.000 Legosteine stehen zur Verfügung, um dem Motto „Wir bauen eine Stadt“ gerecht zu werden. Ob hoch hinaus oder mehr in die Tiefe – machen wir uns Gedanken, wie unser Dorf der Zukunft aussehen könnte. Natürlich gehört auch Versuch und Irrtum dazu. Probieren wir es aus.

Wichtig: Es stehen nur 20 Plätze für Kinder im Alter von 8-14 Jahren zur Verfügung. Schnell sein lohnt sich also. Der Unkostenbeitrag für Essen und Verpflegung beträgt 8 €/Kind (15€ bei Geschwistern). Anmeldung über pfarramt.tiefenort@gmx.de oder Tel: 03695-68 99 551.