Gemeindebrief Sommer 22 erschienen

Im neuesten Gemeindebrief halten wir Rückschau auf die Flüchtlingskrise, erzählen, wie und wo der Helferkreis Tiefenort engagiert war und berichten von unseren Weltgebetstags-Aktionen. Wir bieten Einblicke in unsere Konfirmanden-Arbeit, zeigen Bilder den aktuellen Konfirmationen und der ersten Jubelkonfirmationen in Langenfeld und Tiefenort, und ganz viele andere Themen. Und natürlich fragen wir uns: wo kriegen wir Kraft her in schweren Zeiten?
Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Himmelfahrt in Langenfeld

Knapp 200 Menschen haben zu Christi Himmelfahrt einen großen Open-Air-Gottesdienst anlässlich der 725-Jahr-Feier von Langenfeld gefeiert, von dem sogar im Thüringen-Journal berichtet wurde.

Regionalbischöfin Dr. Friederike Spengler hat dazu eine interessante Predigt gehalten. „Der Volksmund sagt: Kinder und Betrunkene sagen die Wahrheit. Naja. Da liegt es doch nahe, am Himmelfahrtstag auf die Wahrheit der – nein, … sondern der Kinder zu hören.“

Ihre Kernfrage war: Wie kann man den Himmel erden? Wenn Gott im Himmel wohnt, warum fällt er dann nicht herunter? „Weil Gott in einer Hütte wohnt, sagt ein Kind zu seinem Vater. Die Hütte steht auf Ziegelsteinen. Auf großen, schweren, dicken Ziegelsteinen. Die halten sie fest! Diese Hütte reicht hoch bis in die Wolken, aber sie steht fest auf der Erde.“

Wer Gott denkt, schaut nach oben, meinte die Regionalbischöfin, und fuhr fort: „Und wie gut tut dies vor allem in dieser Zeit: mal in den Himmel schauen zu können, wenn auf der Erde gerade Kriege toben und Menschen auf der Flucht vor Bomben und Raketen sind. Himmelfahrt bedeutet: Gott hält den Himmel für uns offen. Es ist Zeit zum Aufschauen! Der Blick in den Himmel schärft den Blick für die Erde. Wer genug gehimmelt ist, hat neue Kraft für das, was ihm vor den Füßen liegt.“

Hier hat Gottes Hütte das Fundament, unter uns. Hier und dort seine Hütte, Gottes Wohnung bei den Menschen. Und einer der Steine seiner Hütte seit 725 Jahren in Langenfeld. Ein dreiviertel Jahrtausend Geschichte Gottes vor Ort. Möglichkeit, ihm hier zu begegnen: Gott ist hier!

Viele Besucher waren angetan von der Musik – der Männergesangverein Langenfeld und die Blaskapelle Leimbach unterstützten uns und den Gebeten – Pfr. Rudolf Mader aus Möhra herzlichen Dank dafür. Etliche Menschen nutzten anschließend die Gelegenheit, mit ihr ins Gespräch zu kommen und sich mit einer Bratwurst und Getränken zu versorgen.

Der Himmel geht über allen auf

Markuskirche Langenfeld

Gemeinsamer Himmelfahrts-Gottesdienst zur 725-Jahr-Feier in Langenfeld –

„Himmelfahrt in Langenfeld – Der Himmel geht über allen auf“ – unter diesem Motto laden die evangelischen Kirchengemeinden Bad Salzungen, Langenfeld, Tiefenort, Möhra, Ettenhausen, Immelborn und Leimbach am 26. Mai zu einem gemeinsamen überregionalen Himmelfahrts-Gottesdienst an die Markus-Kirche nach Langenfeld ein.

Dort findet vor der Kirche um 10 Uhr ein festlicher Open-Air-Gottesdienst mit Regionalbischöfin Dr. Friederike Spengler aus Erfurt statt. Anlass ist die 725-Jahr-Feier des Ortes.

Dieser Gottesdienst wird festlich mit ausgestaltet vom Männergesangverein Langenfeld e.V. unter Leitung von Stadtkantor Hartmut Meinhardt und der Bläsergruppe Leimbach unter Leitung von Gaby Otto. Pfr. Rudolf Mader und Pfr. Thomas Volkmann werden sich zusammen in die liturgischen Parts des Gottesdienstes einbringen.

Bei Regen findet der Gottesdienst übrigens in der Kirche statt.

Im Anschluss werden wir gut versorgt von Mitgliedern des Traditionsvereins bei Bratwurst und guten Getränken. Herzliche Einladung.

Spirituelle Wanderung

19. September um 14 Uhr von Langenfeld (Kirche) nach Kaltenborn

Wer Gottesdienst einmal ganz anders erleben will, muss mit auf die Spirituelle Wanderung, die die Kirchengemeinde Langenfeld am Sonntag, 19. September ab 14 Uhr veranstaltet: Von Langenfeld (Kirche) geht es dann nach Kaltenborn in den Landgasthof, nicht immer den schnellsten Weg, aber über befestigte Strecken.

Gemeinsam unterwegs sein

„Wir wollen gemeinsam unterwegs sein, miteinander ins Gespräch kommen, sich am Ende gestärkt wissen“, sagt Pfr. Thomas Volkmann. „Zwischendrin gibt es immer wieder spirituelle Impulse, Geschichten, Lieder, Gebete, die einen zum Nachdenken über das eigene Leben anregen – darüber kann man sich dann austauschen.“

Der Weg ist für Familien mit Kindern gut geeignet, für Ältere Menschen gibt einen Schuttleservice.

Am Zielpunkt können Sie sich gerne bei Kaffee und Kuchen stärken. Herzliche Einladung.

Advents-Singen am 3. Advent

Leider mussten wir dieses Adventssingen aufgrund der aktuellen Situation absagen. Wir arbeiten gerade an einer digitalen Lösung, sodass das Adventssingen mit spirituellen Elementen in den nächsten Tagen auf YouTube zu verfolgen ist.

Zu einem offenen Advents-Singen im Rahmen eines Gottesdienstes lädt die evangelische Kirchengemeinde Tiefenort am 3. Advent um 16 Uhr in die Kirche. Ganz unterschiedliche Adventslieder mit ihrem speziellen Charakter werden vorgestellt und gesungen, dazu spirituell nachdenkliche Geschichten vorgetragen und Psalmen, Gebete und der Segen gesprochen.

Anders als ursprünglich geplant findet das Advents-Singen nicht Open-Air vor dem Pflegeheim Schanzehof statt, sondern mit begrenzter Teilnehmerzahl (120) in der Kirche (Einlassmanagement).

Gewöhnlicherweise gab es zum 3. Advent immer ein großes Chorkonzert mit Beiträgen vom Klankvolk, der Chorgemeinschaft Krayenburg und weiteren Künstlern, z.B. aus der Wartburg-Musikschule. Dieses muss aufgrund der Corona-Bedingungen dieses Jahr ausfallen – die Chöre dürfen sich gerade nicht zum Üben treffen. „Stattdessen sollte wenigstens ein offenes Advents-Singen stattfinden, was wir jetzt im Rahmen eines Gottesdienstes möglich machen wollen.“

Wir bitten alle Teilnehmer um Einhaltung der AHA-Regeln – dazu besteht Maskenpflicht, nicht nur beim Singen.

Feuerwehr-Predigt oder über die Einsatzbereitschaft von Ehrenamtlichen

Anlässlich des „Diakonie-Sonntags“ 2020, an dem in Tiefenort eigentlich die Feuerwehr „Tag der offenen Tür“ gehabt hätte, trafen wir uns statt dort im Gerätehaus zum Open-Air-Gottesdienst vor dem Pflegeheim „Schanzehof“. Dort wurden nicht nur die Kameraden eingesegnet, sondern auch dem Pflegepersonal auf besondere Weise Danke gesagt. Hier die Predigt dazu…

Liebe Gemeinde,

wussten sie, wie viele Feuerwehreinsätze es so im Jahr gibt? 41521 Feuerwehren gibt es in Deutschland, 22346 davon als freiwillige Feuerwehren. Mehr als 1,3 Millionen Menschen in Deutschland sind in einer Feuerwehr engagiert. Mehr als 203.000 mal rückten die Kameraden 2017 zu Bränden aus – 2.371.765 Einsätze aber galten der Notfallrettung: Bergen und retten. Die wichtigste Aufgabe der Feuerwehr besteht in der Abwendung von lebensbedrohlichen Gefahren für Menschen und Tiere, sei es durch Feuer, Überschwemmungen, einen Unfall, uvm. Aber auch das Schützen gehört dazu: Die Feuerwehr wehrt Gefahren für die Umwelt ab und betreibt aktiven Umweltschutz z. B. mit der Eindämmung von Ölunfällen und mit der Beseitigung von Ölspuren auf Straßen. Die Feuerwehr Bad Salzungen meldete für 2019 223 Einsätze, viele davon Brandbekämpfung, oft auch Hilfeleistung in Notfällen. Überraschend viele Mülltonnen brannten. Bis zum 21.08. gab es weitere 134 Einätze. Am 4. August vermeldete die Feuerwehr Tiefenort ihren 28. Einsatz – ein Brand. Der Einsatz vor dem Pflegeheim am 7. Mai – zum zweiten Open-Air-Gottesdienst war Einsatz Nr. 16. Soviel dazu.

Jeder 8. Deutsche arbeitet im Gesundheitswesen, das sind rund 5,6 Millionen Menschen, davon gut 1 Million Menschen in der Altenpflege. Die medizinische Versorgung steht sicher im Vordergrund, aber dann gibt es ja noch Tätigkeiten, die eher unbeliebt sind, über die keiner gerne redet, weil mit Scham behaftet. Auch hier in Tiefenort, in unserem Pflegeheim, bei den ambulanten Pflegediensten. Denn: 3, 41 Millionen Menschen in Deutschland waren 2017 pflegebedürftig, und es werden mehr.

Nun stell dir vor, du drückst den Notfallknopf – und nichts passiert. Alle drücken sich. Keiner kommt. Wenn du im Graben liegst, mit dem Fahrrad gestürzt bist – und alle fahren an dir vorbei. Natürlich, wir haben alle unsere Entschuldigungen und brauchen erst keine zu erfinden: Keine Zeit, bin gerade gestresst, muss in 5 Minuten in Dermbach sein, keine Lust, wer weiß, wie lange das dauert, dir zu helfen, und überhaupt: ich bin eh nicht der Typ, der anderen unter die Arme greift. Wer also hält an?

Da ist also ein Mensch in Not geraten, erzählt Jesus. Überfallen, geprügelt, geschlagen, vielleicht noch zugetreten. Und liegen gelassen. Und alle gehen vorüber. Alle haben eine Ausrede. Ich könnte mir ja die Hände schmutzig machen. Dass hier die Gut-Gläubigen, Priester und Levit, genannt werden, macht die Sache nicht einfacher. Scheinheilig gehen sie vorüber – wie die sprichwörtlichen drei Affen: Nichts sehen, nicht hören, nichts sagen. Nichts mit Zivilcourage. Nichts mit Einsatzbereitschaft, um Leben zu retten. „Lass sie doch ersaufen“, höre ich selbst von der großen Politik, wenn es um Ertrinkende geht – „haben sie sich doch selbst eingebrockt…“ Dass es um Menschenleben geht, die zu retten sind, wird mit Angst quittiert: sie könnten uns was wegnehmen.

Von Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit keine Spur. Wie sind wir doch verroht in den letzten Jahren. Und setzen dem Verrohen selbst keine Grenzen, greifen dem Rad lieber nicht die Speichen. Gelten denn die einfachsten Grundwerte nicht mehr? Aber wenn es um dich geht: was ist, wenn du Hilfe brauchst, wenn du gerettet, geborgen, zurückgeholt werden müssest, und du merkst: alle drücken sich?

Jesus fragt nicht: wer ist dein Nächster – da gibt es viele, und damit zugleich viele Ausreden. So vielen helfen – geht doch nicht! Jesus dreht den Spieß um: Wem bist du der Nächste geworden?

1875, heute vor 145 Jahren, wurde Albert Schweitzer geboren, ein berühmter Theologe, begnadeter Kirchenmusiker, der Johann Sebastian Bach verehrte und zu neuer Blüte brachte. Vor allem wurde er bekannt als Mediziner, der nach Lambarene, mitten in den afrikanischen Urwald ging, um dort mit den einfachsten Mitteln Menschen zu helfen. Ehrfurcht vor dem Leben – Leben erhalten, das war sein Lebensmotto.

Sanitäter und Feuerwehrleute, Ärzte und Pfleger, Seelsorger und Berater kommen und gehen: sie helfen und trösten in der Not. Sie sind da, wenn man sie braucht – und gehen, wenn sie ihren Job getan haben: Ihre Hilfe ist angekommen, und wurde angenommen. Retten und helfen, trösten und aufbauen – das ist die „Akutversorgung“, die erste Hilfe, der sich alles weitere fügt: Heilung, zur Ruhe kommen, Erholung und das Gefühl: ich bin nicht allein gelassen.

Nächstenliebe hat mit Mit-Menschlichkeit zu tun, mit Respekt voreinander. Wer keinen Respekt vor anderen hat, dem ist der andere schlicht egal. Wer immer nur sein eigenes Wohlergehen in den Mittelpunkt stellt, dem sind die anderen egal. Allerdings bleiben dann sehr viele sprichwörtlich „auf der Strecke“, werden nicht gesehen, bleiben liegen oder ersaufen. Aber das Beispiel vom barmherzigen Samariter zeigt: Du bist nicht egal – du bist mir nicht egal.

Deshalb ist Helfen, jede Art von Einsatzbereitschaft auch ein Akt christlicher Nächstenliebe und ein Akt des Glaubens, nämlich der persönlichen Überzeugung. Und es können auch „Nichtgläubige“ durch ihr Handeln genau das ausführen, was eigentlich Gottes Wille ist, erklärt uns schon Paulus im Römerbrief.

Ich lasse dich hier nicht liegen, nicht verrecken, nicht sterben. Du bist mir nicht egal. Ich helfe dir, ich steh dir bei! Genau so ist Gott – so geht er uns nach! Indem wir so handeln wie er, geben wir anderen Menschen Hoffnung, Trost und Rettung, vielleicht ganz unbewusst. Genau das macht das christliche aus – dass wir auf dem Weg der Nachfolge sind und so handeln, wie Gott es von uns erwartet. Micha 6:8 Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.

Aber was kriege ich dafür, wenn ich helfe, mich engagiere? Ganz viel zurück an Dankbarkeit. Ich habe während meiner klinischen Seelsorgeausbildung an der Uniklinik in Leipzig einen Z8immermann kennen gelernt, der 14 Meter vom Dachstuhl auf Beton gefallen war – ein Wunder, dass er überlebt hatte. Erstaunlich, was alles nicht gebrochen war. Er meinte, ein Engel habe ihn aufgefangen, und ihn den Sanitätern auf die Liege gelegt. Er fing an zu beten, war dankbar, nicht nur für die „Bewahrung vor Schlimmeren“, sondern vor allem für die neue Chance, die sich ihm durch die Heilung bot. Und er hat sich auf den Weg gemacht, die Sanitäter und Erstversorger, Ärzte und Krankenschwestern eingeladen, um Danke zu sagen. Als er das erzählte, ging das selbst mir unter die Haut.

36 Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war? Fragt Jesus den Pharisäer. 37 Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen! Damit keiner unter die Räder kommt, ist Helfen nicht nur eine gewisse Notwendigkeit, sondern am Ende eine Gewissens-Notwendigkeit.

Daher gilt heute mein, unser Dank allen, die Einsatzbereitschaft zeigen: als Ärzte und Krankenschwestern, in der Pflege und in der Feuerwehr. Und vielfach auch darüber hinaus: allen, die Menschen helfen, in der Familie, unter Freunden, in den Vereinen und unserer Kirche. Für sie alle bitte ich um Gottes Segen – und euch bitte ich: lasst uns heute für sie klatschen! Amen.

Hoffnungsschimmer mit Ballons in den blauen Himmel geschickt

Zweiter Open-Air-Gottesdienst in Tiefenort vor dem Pflegeheim

Die Aufregung und der Schrecken stand wohl allen Beteiligten im Gesicht geschrieben, als am 7. Mai kurz nach 9 Uhr plötzlich im Pflegeheim Schanzehof der Feueralarm anging und nur Minuten später die Feuerwehr mit zwei Einsatzwagen und einer Drehleiter vor der Tür stand. Zum Glück war der Auslöser nur ein vergessenes Backblech gewesen. Doch so bekam der Open-Air-Gottesdienst vor dem Pflegeheim in Tiefenort eine ganz besondere Aufmerksamkeit. Aber was spräche eigentlich gegen eine Predigt von der Drehleiter in 30 m Höhe, wo sie schon mal vor Ort war? Doch zum Gottesdienst blieben die Kameraden dann doch nicht…

Feuerwehr rückt mit Drehleiter an

Für diesen ersten Gottesdienst nach der Corona-Pause hatten wir uns etwas besonderes ausgedacht. Wir wollten bewusst die Christenlehre-Kinder und die Konfirmanden einbinden – und den Bewohnern im Pflegeheim ein „Ständchen“ bringen. So ermöglichte der Open-Air-Gottesdienst fast 50 Personen auf dem Platz vor dem Schanzehof das Mitfeiern – und die Senioren konnten auf den Balkonen ebenfalls teilnehmen. Unter dem Thema „Hoffnungsschimmer“ haben wir von der Hoffnung erzählt, die uns antreibt. „Wer hätte das gedacht, dass uns das mal zur Sehnsucht wird: Zusammenstehen, dicht gedrängt, sich wohlfühlen, gegenseitig wahrnehmen. All das – gerade nicht möglich. Wir erleben, was die Krise mit uns macht. Wenn uns keiner besucht. Wenn wir keinen auf der Straße treffen. Wenn wir uns allein gelassen fühlen – im Stich gelassen. Doch Gott ist da, Gott ist nah, er lässt keinen allein.“, sagte Pfr. Thomas Volkmann in der Predigt. Diakonin Jana Volkmann ergänzte mit Worten aus dem berühmten Gedicht ‚Spuren im Sand‘: „Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen.“

Ich habe dich getragen

„Genau das ist unsere Hoffnung: Wir werden diese Krise gemeinsam bewältigen und am Ende auch wieder Gemeinschaft erleben. Mit Kontakt, Umarmen, Herzlichkeit. Wir werden erleben, dass wir miteinander im Glauben wachsen, beten und getragen sind.“ machte Pfr. Volkmann deutlich.

Im Vorfeld hatte das Vorbereitungsteam die Bewohner, Christenlehre-Kinder und die Konfirmanden nach ihren Sehnsüchten und Wünschen gefragt, die sie auf Karten schrieben. Jana und Thomas Volkmann brachten diese Wünsche zusammengefasst als Fürbitten vor Gott. Am Ende haben Christenlehre-Kinder, Konfirmanden sowie die Bewohner des Pflegeheims ihre Wünsche und Gebete an gut 80 Luftballons in den Himmel steigen lassen. Es war für alle Beteiligten ein sehr ergreifender Moment, in dem deutlich wurde, wie sehr sich alle nach Gemeinschaft sehnten.

80 Luftballons schweben in den Himmel

Wir wollten bewusst die Sorgen und Nöte der Menschen wahrnehmen und sie in dieser Form vor Gott bringen“, erzählt Pfr. Thomas Volkmann von der Idee dahinter.

„Wir wurden zu dieser besonderen Aktion von Werner König, dem Leiter des Pflegeheims, eingeladen – und haben unser Konzept um einen Open-Air-Gottesdienst mit Kindern erweitert, die in ähnlich angespannter Situation leben und nicht wie gewohnt nach draußen gehen und spielen können.“ Im Pflegeheim gilt seit Mitte März ein striktes Besuchsverbot. Bereits zum 1. April konnte Pfr. Volkmann mit einem Gottesdienst-„Ständchen“ vor der Tür für etwas Abwechslung im Alltag des Pflegeheims sorgen.

Unser Dank für alle Hilfe gilt Heimleiter Werner König und Ergotherpeutin Doreen Jäger, vor allem aber den Kirchenältesten für und Unterstützung und den Kindern und Konfirmanden aus Tiefenort für ihr Mitwirken im Gottesdienst.

Besonderer Open-Air-Gottesdienst vor dem Pflegeheim Tiefenort

Unter dem Motto „Hoffnungsschimmer“ laden wir herzlich zu einem Open-Air-Gottesdienst am 7. Mai um 10 Uhr vor dem Pflegeheim Schanzehof in Tiefenort ein. An diesem Gottesdienst sollen auch Kinder der Christenlehre-Gruppen teilnehmen und Ballons mit Gebeten und Hoffnungs-Wünschen der Senioren, Familien und Kindern in den Himmel steigen lassen. „Wir wurden zu dieser besonderen Aktion von Werner König, dem Leiter des Pflegeheims, eingeladen – und haben das Konzept um einen Open-Air-Gottesdienst mit Kindern erweitert, die in ähnlich angespannter Situation leben und nicht wie gewohnt nach draußen gehen und spielen können.“ Ihre Wünsche, Hoffnungen und Gebete werden wie die der Bewohner auf Karten geschrieben und als Fürbitten im Gottesdienst eine besondere Rolle spielen, ehe sie an Ballons in die Lüfte schweben.

Ballonaktion – Wünsche und Hoffnungen gen Himmel schicken.

Menschen in Pflegeheimen stehen in der besonderen Situation, keinen Besuch empfangen zu können, und sind gleichsam isoliert. Verantwortet wird der Gottesdienst von Pfr. Thomas Volkmann, Diakonin Jana Volkmann und den Kirchenältesten aus Tiefenort. Ansprechpartner im Pflegeheim ist Heimleiter Werner König.

Bereits Anfang April gab es ein Ständchen vor dem Seniorenheim, das für viel Resonanz auch im Ort gesorgt hat.

Wie geht’s weiter? Gottesdienste in und um Bad Salzungen

Wie können wir in der gegenwärtigen Situation miteinander Gottesdienste feiern? Diese Frage stellten sich diese Woche die Gemeindekirchenräte von Bad Salzungen, Langenfeld und Tiefenort. Hintergrund ist eine Rundverfügung des Landeskirchenamts, die seit dem 28. April gilt. Demnach sind öffentliche Gottesdienste und musikalische Andachten unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Einlassmanagement – Konfirmationen verschoben

So wird mit einem Einlassmanagement am Eingang sichergestellt, dass die Obergrenze der Teilnehmer (30 Personen in geschlossenen Räumen, 50 außerhalb) nicht überschritten wird. Zudem sind die Gemeindeglieder gebeten, sich in eine Teilnehmerliste einzutragen. So können ggf. Infektionsketten nachvollzogen werden. „Die Liste ist bleibt bei uns unter Verschluss und wird nach 4 Wochen vernichtet.“, sagt Pfr. Thomas Volkmann zum Thema Datenschutz. Auch beim Gottesdienst gelten die üblichen Abstands- und Hygieneregeln. In den Kirchen soll zudem Mundschutz getragen werden. „Wir wissen, dass damit das Singen sehr viel schwieriger wird und verzichten weitgehend darauf“, spricht Pfr. Thomas Volkmann aus eigener Erfahrung.

„Wir appellieren an die Vernunft der Leute und bitten, dass diejenigen von zu Hause mitfeiern, die sich krank fühlen oder an Erkältungssymptomen wie Fieber, Husten und Schnupfen leiden,“ macht der Vorsitzende des Gemeindekirchenrats Bad Salzungen, Dr. Andreas Jung, deutlich. So soll mit verhindert werden, dass Gottesdienste zu einem Hotspot für den Corona-Virus werden können. „Wir nehmen unsere Verantwortung sehr ernst,“ ergänzt Dr. Andreas Jung.

Unter diesen Voraussetzungen beginnen die evangelischen Christen in Bad Salzungen und Umgebung, wieder Gottesdienst zu feiern.

  • Am 3. Mai lädt die Kirchengemeinde Langenfeld um 14 Uhr zu einem Open-Air-Gottesdienst vor der Kirche ein. „Jubilate – Jubelt laut“ – so heißt das Thema“, macht Pfr. Thomas Volkmann neugierig. „Ob uns das gelingt-?“
  • Am 7. Mai wird es vor dem Pflegeheim Schanzehof in Tiefenort einen weitere Open-Air-Gottesdienst geben unter dem Thema „Hoffnungsschimmer“.
  • In Bad Salzungen starten die regulären Gottesdienste in der Kirche zum 24. Mai. „Wir brauchen noch ein wenig Vorlaufzeit, um die Sicherheits-Standards umzusetzen“, erklärt Pfr. Dietmar Schwesig.

„Unter diesen Vorzeichen müssen wir auch die Konfirmationen und Jubelkonfirmationen verschieben.“ So wurde die Konfirmation in Tiefenort vom 10.05. auf den 13.09. gelegt und alle Jubelkonfirmationen der Kirchengemeinde Tiefenort wie auch in Langenfeld ins nächste Jahr verschoben. „Dafür lohnt es sich weiterhin, Gottesdienste online zu verfolgen, zum Beispiel aus dem Kirchenkreis.“ ergänzt Pfr. Thomas Volkmann. Und natürlich stehen die Pfarrer gerade in dieser schwierigen Zeit auch zur persönlichen Seelsorge telefonisch bereit.