Wer hat an der Zeit gedreht?

Vom sinn-vollen Umgang mit der Zeit: Gedanken zum Jahreswechsel 2021/22

Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät? Schon wieder ein neues Jahr. Die Zeit rennt. Wie schnell die Zeit vergeht, merken wir, wenn der Tag vorüber ist. Wir wollten doch noch… so vieles machen. Aber irgendwie haben wir die Zeit mit unnützen Dingen verplempert. Zeitdiebe haben uns gestört, uns abgelenkt – wie häufig lassen wir uns ablenken von wirklich wichtigen Dingen!

Was machen wir mit der uns gegebenen Zeit? Am Ende des Jahres – und gerade wieder zum Anfang des Neuen Jahres denken wir darüber nach, was aus 365 Tagen, die uns gegeben waren, geworden sind und werden können. Wie haben wir sie genutzt, die Tage? Waren es gute Zeiten – oder schlechte Zeiten? Können wir sinnvoller mit unserer Zeit umgehen?

Wie nutzen wir diese Zeit? 365 Tage eines Jahres, 8760 Stunden, 525600 Minuten, 22896000 Sekunden. Glaubt man wissenschaftlichen Studien, dann verbringt ein Mensch in Deutschland mehr als die Hälfte seines Lebens mit Schlafen und Fernsehen; 24 Jahre und vier Monate schläft der Deutsche im Durchschnitt, zwölf Jahre verbringt er vor dem Fernseher. So steht es in der Zeitverwendungserhebung 2012/2013, die das Statistische Bundesamt 2016 vorgestellt hat. Ich wollte es genauer wissen, habe weitergelesen:

Die Hälfte unseres Lebens verschlafen wir oder sitzen vor dem Fernseher

  • -12 Jahre wird geredet, davon geht es zwei Jahre und 10 Monaten nur um Klatsch, Tratsch und sich über andere lustig machen.
  • – 8 Jahre unseres Lebens arbeiten wir
  • – 5 Jahre lang widmen wir uns dem Thema Essen
  • – 2 Jahre und 6 Monate sitzen wir im Auto auf der Fahrt zur Arbeit, zum Einkaufen, in den Urlaub, im Stau
  • – 1 Jahr und 10 Monate widmen wir uns der Bildung: Schule, Ausbildung, Studium und Weiterbildung
  • – sportlich verausgaben wir uns genau 1 Jahr und 7 Monate
  • – 16 Monate lang unseres Lebens putzen wir
  • – 12 Monate besucht der Bildungsbürger Kino, Theater oder Konzerte
  • – mit Wäsche-Waschen und Bügeln verbringen wir 9 Monate
  • – ebenso lang, 9 Monate, wird mit den eigenen Kindern gespielt
  • – 4 Monate wird am Computer gespielt – seit der letzten Erhebung sind aber bereits 10 Jahre verstrichen..

Zwei Wochen im Leben beten wir…

– 2 Wochen wird gebetet, immerhin. Ob es in der Krise mehr geworden ist oder eher weniger? Lag es daran, dass wir uns in dieser Zeit mehr gefürchtet oder geärgert haben – oder beteten wir, weil es uns im Grunde doch ganz gut ging? Das kommt auf die Sichtweise und die Einstellungen an. War es ein gutes Jahr oder ein Schlechtes? Worauf richten wir unseren Focus? Auf die Ernte oder auf das Unkraut? Auf das Gute oder das Böse?

Stellt euch einen Moment lang vor, ihr seid Gärtner in einem großen Gewächshaus, dass sich auf Tomaten spezialisiert hat. Konzentriert euch auf eure Tomatenpflanzen, und seht, wie sie wachsen und gedeihen, Knospen und Blüten ansetzen, die ersten Früchte bilden und dann knackige, rote Tomaten bilden. Und dann richtet eure Aufmerksamkeit einen Moment lang auf das Unkraut, wie schnell es dazwischen wächst, und die Mühe, die es kostet, das Beet zu jäten. Was macht euch mehr Freude? Was macht euch glücklicher? Seid ihr zufriedener, wenn ihr eure Pflanzen wachsen, reifen und köstliche Nahrung hervorbringen seht, oder seid ihr glücklicher, wenn ihr euch über das Unkraut ärgert?

Bist du glücklicher, wenn du dich über das Unkraut ärgerst?

Ihr kennt die Antwort. Wir sind glücklicher, wenn wir uns auf das Gute konzentrieren, anstatt uns darüber zu ärgern, was es alles im Keim erstickt werden könnte. … Ihr würdet staunen, was passiert, wenn wir aufhören, das Unkraut mit wütender Aufmerksamkeit „zu gießen“ und wir uns stattdessen auf das Gute konzentrieren würden.

So eine Verwandlung passiert auch Bruce im Film Bruce allmächtig. Er ist Journalist, Anchormann, wie es Klaus Kleber war, der am 30.12. seine letzte Nachrichtensendung moderierte. Bruce ist stinksauer, dass er nicht den Posten erhält, der ihm seiner Meinung nach zusteht – und macht alle anderen dafür verantwortlich: seinen Chef, seinen Kollegen, den er als Konkurrenz ansieht, seine Frau, die ihn nun wirklich unterstützt, auch wenn ihr sein Ego-Tripp mächtig auf den Geist geht. Wie immer in guten Filmen: es geht noch schlimmer: er verliert den Job, seine Frau verlässt ihn, sein Hund pinkelt in der Wohnung – bis er Gott trifft und der den göttlichen Funken in ihm zum Leben erweckt. Und plötzlich funktioniert es wieder in seinem Job, mit seinem Hund, seine Frau kehrt zurück… Seine größte Erkenntnis: Sei selbst das Wunder – statt über andere zu fluchen.

Unsere Zeit steht in Gottes Händen – er hat sie uns geschenkt, nicht wir selbst. Nutzen wir die Zeit – carpe diem, indem wir uns mehr mit sinnvollen Dingen beschäftigen und weniger Zeit uns durch Zeitdiebe und Ärger aller Art „klauen“ lassen. Also: mehr von dem, was uns gut tut, tun – und weniger das, was uns nicht gut tut oder gar schadet. Gut tun uns gute soziale Aktivitäten: Gemeinschaft mit anderen haben, etwas gemeinsam erarbeiten, „lernen“, miteinander über Gott und die Welt reden, ehrenamtlich etwas voranbringen und sich freuen, wenn was klappt; sich den Dank der Gemeinschaft, neudeutsch: Community, gefallen lassen.

Wir sollten mehr von dem tun, was uns gut tut

Wenn sich 40 Leute dafür 1 Stunde pro Woche freimachen würden: was könnte in unserer Gemeinde, in unserem Dorf, in unserer Gemeinschaft nicht alles ins Laufen gebracht werden? Was würdest du tun können – wenn du alle Freiheiten hättest? Was kannst du so gut, dass es dich kaum eine Mühe kostet? Ich kann z.B. Kaffee kochen – auf Knopfdruck gewissermaßen; andere können kochen und backen, Leute besuchen, Jugendliche begleiten… Womit kannst du anderen eine Freude machen? Vielleicht mit einem Ständchen, mit Musik, einem Gedicht, einem Anruf? Nutzen wir das, was wir können, was wir ohne Probleme einsetzen können. Verbringen wir die Zeit sinnvoll mit anderen. Dazu gehört neben der Zeit mit der Familie, den Gesprächen mit anderen und das ehrenamtliche Engagement auch die bewusste Auszeit für die Seele: wir brauchen das: die Auszeit für unsere Seele: Das wieder runterkommen aus dem stressigen Alltag, das kurz mal abschalten können, das alles loswerden dürfen bei Gott. Wir brauchen die Stärkung durch Wort und Sakrament, das Gespräch mit Gott im Gottesdienst und Gebet, wie wir sinnvoll die uns geschenkte Zeit einsetzen können – in seinem Sinne. Ihm sind wir verantwortlich, geben wir ihm und seiner Gemeinde ein Stück von der Zeit zurück, die wir von ihm erhalten haben.

Wir steigern uns Woche für Woche

kitie.de erreicht nun Woche für WOCHE mehr als 200 Menschen, die mehr wissen wollen über das, was vor Ort und in der Kirche abgeht. Da sag mal einer, „öffentliche Theologie“ sei out, und elektronische Medien seien nix für Kirche. Ich finde es interessant, dass sich so viele Menschen Woche für Woche ganz lokal reinklicken – und nach Antworten suchen, nach Hintergrund-Informationen, nach Berichten von dem, was gerade gelaufen ist, in IHRER GEMEINDE VOR ORT – und vieles mehr. Menschen, die wissen wollen, was läuft – und oft auch dabei sind, mitten drin in den Geschehnissen DEINER GEMEINE. Und Menschen, die Kontakt suchen – und finden (https://kitie.de/impressum/).

Wobei: kitie.de ist ja nur ein Kanal von vielen, auf denen wir für Euch, für unsere Gemeinde unterwegs sind. Zentral ist und bleibt, was die Medien angeht, der Gemeindebrief „La-Kitie“ (https://kitie.de/gemeindebriefe/). Aber auch auf Facebook sind wir unterwegs (https://www.facebook.com/kitie.kircheintiefenort) – wenn auch nicht immer, aber immer öfter.

Und dann gibt es ja noch die REAL-TIME-Angebote: Gottesdienste, die zum nachdenken anregen, Gemeindeveranstaltungen, Kinder- und Jugendarbeit, face-to-face. Wo man im direkten Gespräch ist und miteinander im Austausch über den Glauben, über Gott und die Welt und die Sorgen von Kindern, von Eltern, von Trauernden. Und die dann von uns ein aufrichtiges und aufmunterndes Wort erwarten, Seel-Sorge im besten Sinne des Wortes.

Allen, die das unterstützen, und Woche für Woche nachschauen, auf dem Laufenden bleiben wollen, Gedanken teilen, möchte ich hiermit DANKE sagen.