Radwegekirche in Tiefenort mit Gänsehaut-Feeling eröffnet

Musikalische Gestaltung und Predigt begeistert

Nun ist es offiziell: Tiefenort ist die erste Radwegekirche im Kirchenkreis. Am Sonntag wurde sie offiziell mit einem Festgottesdienst und einer Sternfahrt eröffnet. Es war ein Festgottesdienst mit Gänsehaut-Feeling, ein Gottesdienst, der anrührte. Gut 70 Radfahrer und Gäste aus nah und fern erlebten, wie Jochen Wölkner, Aliaksandra Eyring und Pfr. Thomas Volkmann mit einem „Halleluja“ und einem „You raise me up“ begeisterten. Gesang, Begleitung mit Klavier und Flöte, die Gebete, Lesungen und die Predigt griffen perfekt ineinander. Sie machten den Eröffnungsgottesdienst zur Radwegekirche zu einem besonderen Erlebnis. Dabei überreichte Propst Tobias Schüfer der Kirchengemeinde Tiefenort das Signet „Radwegekirche“. Es zeigt nun an der Eingangstür der Kirche an, dass die Peterskirche nicht nur für Radfahrer verlässlich von 10 bis 18 Uhr geöffnet ist.

Radwegekirche sein heißt: Für andere ein Segen sein

„ Es ist gut, was ihr hier macht. Und dafür danke ich euch, dass ihr Gästen die Türe öffnet, Fremden nicht mit Misstrauen begegnet, euer Gotteshaus mit anderen teilt, zur Verfügung stellt. Wer weiß, was Gott mit ihnen hier vor hat,“ dankte Tobias Schüfer der Gemeinde für ihre Initiative. Es sei gut, wenn Menschen nicht enttäuscht vor verschlossener Türe stehen bleiben, meinte er in der Eröffnungspredigt. „Eure geöffnete Kirche sagt was über euch, sagt was über euren Glauben, sagt was über euer Vertrauen, sagt was über Gott. So werdet ihr selbst zum Segen für andere – so empfangt ihr selbst seinen Segen.“

Propst Tobias Schüfer und Rosemarie Rosenek bei der Übergabe des Signets „Radwegekirche“

Für ihre Initiative dankte auch Landrat Reinhard Krebs den Tiefenortern. „Über die Peters-Kirche in Tiefenort sagt man, es gäbe sieben Bauabschnitte zu sehen. Nun kommt eine neue Bedeutung hinzu: Radwegekirche sein.“ Als erste Radwegekirche im Wartburgkreis habe sie Vorzeigecharakter, und er wünschte sich, „dass jetzt viele Gemeinden im Bereich der Werra-Tourisitk nachziehen werden.“ Auch Bürgermeister Klaus Bohl hob in seiner Laudatio die Bedeutung der Radwegekirche für Bad Salzungen und Tiefenort hervor und sagte seine Unterstützung zu. Dies wurde anschließend bei einem Gespräch unterm Festzelt vertieft.

Sternfahrt zur Kirche „hat viel Spaß gemacht“

Zuvor starteten von 5 verschiedenen Punkten aus eine Sternfahrt zum Gottesdienst, an der sich etliche Radler beteiligten, so auch Pfr. Thomas Volkmann, der trotz Regen mit seiner Familie von Bad Salzungen aus losfuhr. „Die Kinder hatten ihren Spaß“, erzählte Martin Müller, der die „Klingeltour“ durch Tiefenort anführte. Sie fuhren von Hinweis-Schild zum nächsten Hinweis und fanden so zur Kirche.

Bereits 2019 kam die Idee auf, Radfahrer auf dem Werratalradweg nicht vor der verschlossenen Kirchentür stehen zu lassen. „Das wollten wir ändern“, sagte Pfr. Thomas Volkmann. Bereits 2020 sollte die Kirche als Radwegekirche eröffnet werden, durch Corona musste der Festgottesdienst damals ausfallen. „Seitdem waren wir in einer Erprobungsphase, haben durch viele Gespräche erfahren, was Radfahrer suchen, die in die Kirche gehen. Nicht nur das Gebäude zieht an. Sie wollen zur Ruhe kommen, spirituell auftanken, sich mit der Geschichte der Kirche auseinander setzen. Wir bieten geistliche Impulse zum Mitnehmen an, haben Bibel und spirituelle Texte liegen, laden ein, sich ins Gästebuch einzutragen oder ein Gebet ins Gebetsbuch einzuschreiben.“

Radwegekirche heißt: Mit Menschen auch über ihren Glauben im Gespräch sein

Die vielen Einträge zeigen, wie sehr die Kirche angenommen wird. „Schon jetzt waren Gäste aus der Schweiz und aus Norwegen da“, sagt Pfr. Volkmann, und er ist überzeugt: „Die offene Kirche ist eine gute Gelegenheit, mit vielen auch über ihren Glauben ins Gespräch zu kommen.“

Jochen Wölkner, Aliaksandra Exring und Thomas Volkmann begeisterten mit ihren musikalischen Beiträgen.