Lass dein Angesicht leuchten

Es gibt diese Momente, da geht über einem plötzlich ein Licht auf. Ein Licht-Moment, wenn mitten durch die dichten Wolken die Sonne durchbricht wie heute morgen. Oder mitten in einem traurigen Moment, wenn bei einem bestimmten Wort, mitten in einem Lied, bei einer Segenshandlung plötzlich ein Sonnenstrahl durch das Kirchenfenster erscheint. Oder mitten im Gespräch, an einem schwierigen Thema, wenn ein Durchbruch gelingt, das Thema verstanden ist, eine Lösung in Sicht ist. Über dir geht auf die Herrlichkeit Gottes. Eine Gottesbegegnung der besonderen Art. Ein Wachküssen am Morgen. Ein Händedruck, unerwartet. Ein Dankeschön an einen Unbekannten. Merken wir das? Erkennen wir das in unserem Leben? Sind wir dafür aufmerksam genug?

Bereit, Gott zu begegnen?

Gottesbegegnung, darum geht es an dem heutigen Sonntag. Über dir geht auf, die Herrlichkeit Gottes. Gott begegnen, mit Leib und Seele, mit Herz und Sinnen. So wie Mose Gott begegnet ist, von Angesicht zu Angesicht, dort im Dornbusch. Dabei rannte Mose gewissermaßen vor Gott weg. Er hatte Schlimmes getan, einen Menschen umgebracht, einen ägyptischen Aufseher, der einen Israeli beinahe zu Tode geschlagen hat, der unterdrückt hat, dem das offensichtlich Spaß gemacht hatte. Darf man das, einen Aggressor, einen Diktator stoppen? Muss man dem nicht Einhalt gebieten, dem Rad in die Speichen greifen, wie Bonhoeffer sagt, um Schlimmeres zu verhindern? Mose hat das getan, und fühlt sich schuldig. Und jetzt läuft er weg, wohnt in der Wüste, heiratet, kommt bei seinem Schwiegervater Jitro runter und kümmert sich fortan um Schafe, Kleinvieh, wird ihr Hirte. Und eines Tages, als er nicht damit rechnet, begegnet ihm Gott. Gerade ihm. Wer bin ich schon? Aber Gott weiß, was in ihm steckt, was er kann, was er mit ihm anfangen will. Und er hat Großes mit ihm vor. Er will ihn zum Menschen-Hirt machen, zum Hirten seiner Herde, seines Volkes. Und wer bist du? Ich bin der, der ich sein werde: Gott verwandelt sich immer in den, der er sein muss, um Menschen zu begegnen, um Menschen zu begleiten, um sie zu sehen, bei ihnen zu sein, mit ihnen zu gehen.

Diese Gottesbegegnung löst ganz viel bei Mose aus. Dass Gott selbst ihm begegnen will, dass er angesprochen wird, überrascht ihn. Karl Barth sagte einmal: Gott kommt immer senkrecht von oben, unerwartet, dann, wenn wir nicht damit rechnen. Dieses angesprochen werden führt zu einem Geborgenheitsgefühl. Er weiß sich gesehen, er weiß sich begleitet. Er kann auf die Hilfe Gottes zählen, er fühlt sich mit Kraft aus der Höhe ausgerüstet. Und das lässt ihn dienen. Davon will er immer mehr.

Aus der Gottesbegegnung entsteht viel mehr

Aus der Gottesbegegnung am Dornbusch, der nicht verbrennt, entsteht viel mehr. Es entsteht eine Gottesbeziehung, ein gegenseitiges Geben und Nehmen, und es wirkt sich in Moses Leben aus. Der “Gott-geht-mit” ist mit ihm, und das hilft ihm, die Israeliten vom Auszug aus Ägypten zu überzeugen. Nicht er selbst, Gott überzeugt sie, sich ihm anzuvertrauen, seinem Knecht, seinem Diener Mose.

Gott braucht dich, Menschen wie du und ich, Menschen, die durchaus einige Macken haben können, schwerwiegende Fehler gemacht haben können. Gott braucht uns als seine Werkzeuge. Was bei Gott zählt, ist am Ende, ob wir uns auf ihn einlassen, zulassen, dass er in unserem Leben Kreise zieht. Dass wir uns auf Gott vertrauen, dass wir uns ihn in den Dienst stellen, sein Angesicht sehen wollen, von Angesicht zu Angesicht in Beziehung zu ihm stehen wollen. Auch, wenn wir von außen bedrängt werden, auch wenn wir selbst im Zweifel sind. Und dann geschieht vielleicht das, was die Bibel im zweiten Buch Mose 34 beschreibt:

29 Als nun Mose vom Berge Sinai herabstieg, hatte er die zwei Tafeln des Gesetzes in seiner Hand und wusste nicht, dass die Haut seines Angesichts glänzte, weil er mit Gott geredet hatte. 30 Als aber Aaron und alle Israeliten sahen, dass die Haut seines Angesichts glänzte, fürchteten sie sich, ihm zu nahen. 31 Da rief sie Mose, und sie wandten sich wieder zu ihm, Aaron und alle Obersten der Gemeinde, und er redete mit ihnen. 32 Danach nahten sich ihm auch alle Israeliten. Und er gebot ihnen alles, was der HERR mit ihm geredet hatte auf dem Berge Sinai. 33 Und als er dies alles mit ihnen geredet hatte, legte er eine Decke auf sein Angesicht. 34 Und wenn er hineinging vor den HERRN, mit ihm zu reden, tat er die Decke ab, bis er wieder herausging. Und wenn er herauskam und zu den Israeliten redete, was ihm geboten war, 35 sahen die Israeliten, wie die Haut seines Angesichts glänzte. Dann tat er die Decke auf sein Angesicht, bis er wieder hineinging, mit ihm zu reden.

Gott strahlt auf mich ab

Der Abglanz Gottes auf seinem Angesicht. Dieses Strahlen im Gesicht, diese Ausstrahlung in meinem Wesen, in meinem Handeln und Tun, in meinem Denken und Fühlen. Solch eine Ausstrahlung hätte Folgen, Auswirkungen in meinem Leben. Es würde meine Beziehung zu dem nächsten, zu meinen nächsten, innerhalb der Familie, zu den Nachbarn, zu den unbekannten, zu denen ich geschickt bin, unmittelbar verändern. Sie würden die Herrlichkeit Gottes in meinem Leben spüren, dass Gott in meinem Leben eingezogen ist, in meinem Leben wirkt, sie würden Gottes Liebe spüren, die mich ganz und gar verändert.

Ich möchte mehr von diesem Strahlen in meinem Leben. Dass das Strahlen Gottes durch mein Leben hindurch strahlt, aufleuchtet, mein Gesicht anfängt zu glänzen. Ich glaube, das nennt man Segen, wenn Gott sein Angesicht auf mich erhebt, mir diesen Frieden, diese Ausstrahlung gibt. Deshalb spreche ich: Herr, lass dein Angesicht leuchten über mir und sei mir gnädig. Amen.

Fröhliche Weihnachten 2021

Wir wünschen Ihnen und allen mit uns verbundenen Familien in nah und fern ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest und grüßen alle ganz herzlich mit einem Bild von der vorletzten Krippenspiel-Probe.

Wir sind froh, dass wir unter den gegebenen Bedingungen dieses Jahr wieder Weihnachten live feiern können, wenn auch eingeschränkt und mit Platzkarten für Tiefenort (2G) und Langenfeld (2G), und laden herzlich ein: 15:30 Uhr zur Christvesper nach Langenfeld und um 17:00 Uhr zur Christvesper mit Krippenspiel.
Um 14 Uhr gibt es eine Christvesper mit Krippenspiel ohne Anmeldung (3G) in Leimbach; um 15:30 Uhr Christvesper mit Krippenspiel in Bad Salzungen (3G und Restl. Platzkarten), um 18 Uhr feierliche Christvesper mit Propst Tobias Schüfer in der Stadtkirche (3G und Rest-Karten).

Allen, die heute nicht live dabei sein können, sei die online-Christvesper aus dem letzten Jahr ans Herz gelegt, wohl wissend, dass das unser 2. Filmexperiment war und nicht alles so geklappt hat wie später: Aber auch so sind und bleiben wir miteinander verbunden. Bleiben Sie behütet und gesund: fröhliche Weihnachten!

Musikalischer Gottesdienst zum 3. Advent

Am 3. Advent laden wir um 17 Uhr zu einem musikalischen Gottesdienst nach Tiefenort in die Peterskirche ein. Nachdem wir das Konzert vom „Klangvolk“ dieses Jahr absagen mussten, freue ich mich umso mehr, dass Theresa und Jochen Wölkner an Harfe und Saxofon sowie Sigrun Hoffmann am Klavier spontan ein kleines Programm für diesen außergewöhnlichen Gottesdienst einstudiert haben.
Wir laden herzlich ein und freuen uns auf Sie!

Barmherzig sein – echt jetzt?

Kann man Unrecht vergessen, verzeihen? Wie ist das, wenn einem Leid angetan wurde, jemand einen aus dem Weg räumen wollte, man abgeschoben wurde – kann man das jemals vergeben, verzeihen?

Die Josefs-Geschichte hat es in sich. Eine Geschichte von Schuld, versuchtem Mord, Sklavenhandel, Aufstieg, Vorsorge-Politik – und am Ende auch eine Geschichte von Vergebung und Versöhnung. „Ihr gedachtet es böse zu machen, Gott aber gedachte es gut zu machen…“ Ein steiler Satz, der hängen bleibt. Im Hintergrund klingt die Jahreslosung mit: Seid barmherzig, wie auch euer Vater im Himmel barmherzig ist.

Für alle, die es diesen Samstag Abend (26. Juni) um 18 Uhr nicht nach Langenfeld zum Johannisfest schaffen oder am Sonntag (27. Juni) nach Bad Salzungen (10 Uhr), ist dieser Kurzfilm entstanden.

Wir wünschen einen schönen Sonntag – und bleiben Sie behütet!


Wenn das Weizenkorn…

„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt…“ Nachdenklich schaut der Bauer auf den letzten Sack der letzten Ernte. Bis jetzt hatte er ihn zurückgehalten. Er wusste: Sie müssen ihn aussäen, wenn sie im nächsten Winter überleben wollen. Nur dann hat es die Chance auf eine Ernte. Wenn nicht, kann er jetzt zwar Brot backen, aber dann… Ein Dilemma: man muss sich entscheiden: jetzt alles und später nichts oder jetzt enthaltsam, dafür später alle Chancen auf mehr.

Sich entscheiden. Genau darum geht es. Auch für Jesus. Und es geht um Deine Bestimmung – wozu genau dient dein Leben?

Dazu haben wir am Sonntag Lätare Gottesdienst in der Stadtkirche Bad Salzungen gefeiert. Auf vielfachen Wunsch – und weil es davon keine Videoaufzeichnung gibt, stelle ich hier den Gottesdienstablauf und die Predigt zum Nachlesen ein.

Simplyfy your life – Vereinfache dein Leben

Gottesdienst zu Beginn der Fastenzeit – Durchhalten!

Hallo, alle miteinander!
Soviel du brauchst! Was für eine Zusage in 2. Mose 16. Gott gibt, soviel zu brauchst! Damit steigen wir in die Fastenzeit ein und fragen uns: wie viel brauche ich wirklich? Brauche ich wirklich alles, was ich habe, was ich kaufe, was ich haben will, oder darf es auch ein bisschen weniger sein? Worauf könnte ich verzichten? Und auch welche Versuchungen falle ich herein?

Da hilft nur: simplyfy your life – vereinfache dein Leben. Machen wir die Erfahrung, dass weniger mehr sein kann, probieren wir aus, wie Verzicht uns für neue Verhaltensweisen frei macht. Und dann: noch 7 Wochen durchhalten, bis Ostern. Viel Glück dabei!

Diesen Gottesdienst haben wir zur Abwechslung wieder in der Markuskirche in Langenfeld aufgenommen. Ich sage herzlich Dank für alle Unterstützung, die wir bekommen, und für alle Spenden. Informationen zum Spenden finden Sie auf www.kitie.de/spenden. Alle Informationen zu unserer Gemeindearbeit in Tiefenort und Langenfeld finden Sie unter www.kitie.de.

Ihnen allen jetzt eine gute Woche. Bleiben Sie behütet und halten Sie durch! Noch 6 Wochen bis Ostern. Alles Gute!

Hier der Link zum Gottesdienst: https://www.youtube.com/watch?v=YMdebItK0ws
oder wie üblich über www.kitie.de

Advent kann kommen

Zum ersten Advent laden wir ganz herzlich zu unseren Gottesdiensten ein – um dann in die Stille Zeit des Advents zu gehen. Denn Advent ist Vorbereitung auf Weihnachten. Und dieses Jahr wird der Advent stiller.

Lasst uns uns in diesem Advent neu ausrichten auf den, der zu uns kommen will – in unsere Welt, in unsere Herzen, mitten hinein in unser Leben.

Siehe dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer. (Sach 9, 9b) So heißt es im Wochenspruch zum 1. Advent. Machen wir ihm die Tür auf.

Vielleicht erleben wir dann, wie unser Leben jeden Tag ein bisschen heller wird – nicht nur, weil wir eine Kerze mehr anzünden.

Gebet: Herr Jesus, komm hinein in unsere Welt, lass dein Licht scheinen über uns. Amen

PS: Gottesdienst in Tiefenort um 10:30 Uhr – und in Langenfeld um 14:00 Uhr.
Herzliche Einladung!

Folge mir nach! – Entscheidung mit Konsequenzen

Predigt am Sonntag Okuli

Predigt zum Evangelium des Sonntags aus Lukas 9,57-62 von Pfr. Thomas Volkmann

57 Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst. 58 Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege.

59 Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach!
Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. 60 Er aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes!

61 Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Hause sind. 62 Jesus aber sprach zu ihm: Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.

Liebe Gemeinde,

da lieferte sich sich Jens und Axel letztens auf der A4 zwischen Eisenach und Wutha Farnroda mit der Polizei eine wilde Verfolgungsjagd. Ihr getunter Polo hatte die Aufmerksamkeit einer Streife erlangt. War er zu laut? War er zu schnell? Hatten sie etwa getrunken? Jedenfalls versuchte Jens und Axel alles, um die Polizei abzuschütteln. Schnell informierten sie ihre Kollegen. Das ganze fand ein wildes Ende, als der Polo von Polizeikräften eingekeilt war und der vordere Wagen mit einem „bitte folgen“ zwischen wütend blinkenden Blaulichtern den Polo von der Bühne geleitete.

Verfolgt von der Polizei – Bitte folgen ist da keine Bitte mehr. Was wohl die Verfolgten und Vertriebenen denken müssen, wenn vor ihnen Männer in voller Schutzausrüstung mit vorgehaltenem Schnellfeuergewehr ihr „Nicht-Willkommen“ in der eigenen Wohnung deutlich machen: Raus hier, aber schnell – und nicht: bitte folgen. Nicht immer gibt es freundliche Einsatzkommandos, die dazu noch an die Tür klopfen. Gewalt ist an der Tagesordnung, die Bedrohung kommt schleichend, plötzlich, unerwartet, von oben.

Mitläufer, sagt man, wenn Menschen jemand anderem oder einer politischen Idee hinterherlaufen. Ob gewaltverherrlichend oder nicht, Parolen rufend oder Fahnen schenkend, Mitläufer zu sein hat die Konnotation, sich eine Sache zu eigen zu machen, ohne über die Sache und ihre Konsequenzen genauer nachzudenken. Fasziniert und angetan, verzaubert und beeinflusst, im schlimmsten Sinne manipuliert machen sich andere dies zu Nutzen. Die Geschichte ist voll davon. Und Menschen suchen offensichtlich nach Messias-Figuren, nach Welt-Herrschern, nach Heilsgestalten und starken Männern, die für sie die Welt retten sollen, denen sie sich anschließend können. Nur: Die Masche mit der Propaganda – die Schleich-Werbung, ist heute noch viel raffinierter in der Beeinflussung und nennt sich schlicht Meinungs-Mache. Und dagegen gibt es berechtigte Vorbehalte, manche historisch gewachsen. Mit einem „Folge mir nach“ ist es eben nicht getan.

An Ausreden mangelt es uns nicht. Da kann ja jeder so kommen. Ich hab jetzt keine Zeit dafür, frag mich nächste Woche, nächstes Jahr. Ne, damit kann ich überhaupt nichts anfangen, ich beschäftige mich mit so nem Kram nicht. Lass mich mit deiner Spiritualität in Ruhe. Von dir lass ich mir doch nichts aufschwatzen.

Folge mir nach. Das ist Jesu Ruf in die Umkehr. Das ist Jesu Ruf hin zu Gott. Immer näher zu dir – immer mehr von dir, darum soll es gehen, nicht nur in unseren Liedern, auch in unseren Gebeten, vor allem aber in unserem Leben. Aber wir haben eben auch immer unsere Gründe, weshalb es gerade nicht passt. Weil wir jeder in einer Lebens-Situation steht, in Bedingungs-Gefügen. Weil das nicht so einfach ist, das alte Leben einfach so hinter sich zu lassen, neu anzufangen. Aber ist es nicht das, wozu Jesus Nikodemus aufruft: die Wieder-Geburt, den Neuanfang?

Doch dabei sind wir gefangen von dem, was war, träumen von Goldenen Zeiten, als noch galt, woran wir glaubten. Wir träumen, rosarot verklärt und geschönt, von den guten alten Zeiten, als wir noch was hatten, was galten… den großen Versuchungen dieser Zeit erlagen – das Thema zieht sich durch die ganze Fastenzeit. Wir lassen uns viel lieber blenden und vereinnahmen von schönen Worten, tollen Versprechen und ganz anderen Dingen – und kommen weiter ab vom Ziel, wie Matthias Claudius im „Lied vom Mond“ so treffend dichtet.

Dem Dritten in unserem Bibeltext Lk 9 sagt er sinngemäß: „Wer ständig in den Rückspiegel schaut, wird in der nächsten Kurve gegen den Baum fahren.“ Die Vergangenheit ist ein starkes Band, das lähmt und einen mehr hindert, ganz frei, ganz neu zu entscheiden, was jetzt dran ist. Der Blick zurück raubt uns alle Konzentration und verstellt uns zugleich den Blick nach vorne, nach dem, was sein soll, werden soll – mit uns, mit dieser Welt.

„Folge mir nach“ – das ist der Ruf in eine Entscheidung, der Ruf in den Dienst, für die Sache Jesu einzutreten, sich die Sache Jesu zu eigen zu machen, Gottes Liebe nachzueifern und selbst ein Stück davon zu erhaschen und zu geben.

Ich kenne Menschen, die dafür eine „Lebens-Wende“ hingelegt haben: die raus sind aus so manchem, was sie gefangen gehalten hat, um neu anzufangen, sich in den Dienst zu stellen und überzeugt davon sind: es war genau das richtige. Die erlebt haben, dass sie anders, freier, ungezwungener leben und reden können. Die zu sich und zu Gott gefunden haben. Die nicht anderen oder anderem hinterherlaufen, sondern standhaft für christliche Positionen eintreten. Dafür haben manche sogar ihren alten Job aufgegeben: Elektriker, Maurer, Tischler und Zimmerer, Krankenschwestern, Ärzte und Organisten. Ich kenne Bäckermeister und Unternehmensberater und manch andere „Spät-Berufene“, die noch einmal von vorne angefangen haben – weil es ihnen die Sache wert war.

Als Pfarrer, als Mitarbeitende im Verkündigungsdienst und als Gemeinde sind wir berufen, Menschen in die Umkehr und in die Nachfolge zu rufen. Auch mit unserem Leben. Indem wir Menschen auf ihrer Spirituellen Suche begleiten. Indem wir ausbilden und andere fit machen im Glauben. Indem wir persönlich Kontakt suchen und auf Menschen zugehen. Indem wir in Situationen, wo Menschen sich öffnen, offen sind für die Fragen des Lebens, sie begleiten und Zuspruch, Orientierung geben. Welche Impulse brauchen wir, damit wir gut und gerne dem Ruf Jesu folgen, ihm nachfolgen im immer mehr von ihm und immer näher zu ihm hin? Und damit wir in andere die Nachfolge rufen können? Amen.

Keine Gottesdienste und Veranstaltungen aufgrund der aktuellen Lage

Aufgrund der aktuellen Lage müssen wir alle Gottesdienste und Veranstaltungen – vorerst
bis zum Sonntag Misericordias Domini, 26. April – absagen. Ab 3. Mai sollen dann wieder Gottesdienste im kleinen Kreis (30 Personen) (Stand 19.4.)
möglich sein. Wir informieren Sie rechtzeitig…

Das betrifft alle Gottesdienste,
ebenso den Hospiz-Abend am 17. März in Tiefenort
die Bibelwoche ab dem 23. März für Tiefenort und ab dem 30. März in Langenfeld
sowie alle regelmäßigen Gruppen und Kreise (Christenlehre, Chor, Konfirmanden und Seniorenkreise) in unseren Kirchengemeinden.

Auch die Eröffnung der Radwegekirche in Tiefenort am 19. April mit zu erwartenden über 100 Gästen kann so nicht stattfinden und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Nach aktuellem Stand (19.4.) sind die Termine für die Jubelkonfirmationen so nicht zu halten und werden im Herbst nachgeholt. Ebenso ist die Konfirmation in Absprache mit den Konfirmanden und ihren Eltern auf den 13. September 2020 – 14 Uhr verlegt.

Wir folgen damit der Empfehlung unserer Landeskirche und den Auflagen des Wartburgkreises. Wir sehen uns mit in der Verantwortung, den Coronavirus einzudämmen und Ansteckungen zu vermeiden.

Nach einer Verordnung der Gesundheitsbehörde des Wartburgkreises müssten unsere Veranstaltungen hohe Sicherheitsanforderungen erfüllen (Registrierung aller persönlichen Daten der Teilnehmenden, Desinkfektionsmittel etc.), die wir nicht leisten können. Das Risiko, dass Infektionen durch unsere Veranstaltungen entstehen, können wir derzeit nicht tragen. Bestattungen sind die einzige Ausnahme. Soweit sie nicht verschiebbar sind, sollen sie mit kleiner Teilnehmerzahl gehalten werden.

Wer seelsorgerlichen Beistand braucht, kann telefonische Seelsorge unter Tel: 03695-6899552 von Pfr. Thomas Volkmann in Anspruch nehmen.

Sie können gerne die aktuelle Predigt zum Sonntag Okuli (15.3.) nachlesen:
https://kitie.de/folge-mir-nach-entscheidung-mit-konsequenzen/

Wir steigern uns Woche für Woche

kitie.de erreicht nun Woche für WOCHE mehr als 200 Menschen, die mehr wissen wollen über das, was vor Ort und in der Kirche abgeht. Da sag mal einer, „öffentliche Theologie“ sei out, und elektronische Medien seien nix für Kirche. Ich finde es interessant, dass sich so viele Menschen Woche für Woche ganz lokal reinklicken – und nach Antworten suchen, nach Hintergrund-Informationen, nach Berichten von dem, was gerade gelaufen ist, in IHRER GEMEINDE VOR ORT – und vieles mehr. Menschen, die wissen wollen, was läuft – und oft auch dabei sind, mitten drin in den Geschehnissen DEINER GEMEINE. Und Menschen, die Kontakt suchen – und finden (https://kitie.de/impressum/).

Wobei: kitie.de ist ja nur ein Kanal von vielen, auf denen wir für Euch, für unsere Gemeinde unterwegs sind. Zentral ist und bleibt, was die Medien angeht, der Gemeindebrief „La-Kitie“ (https://kitie.de/gemeindebriefe/). Aber auch auf Facebook sind wir unterwegs (https://www.facebook.com/kitie.kircheintiefenort) – wenn auch nicht immer, aber immer öfter.

Und dann gibt es ja noch die REAL-TIME-Angebote: Gottesdienste, die zum nachdenken anregen, Gemeindeveranstaltungen, Kinder- und Jugendarbeit, face-to-face. Wo man im direkten Gespräch ist und miteinander im Austausch über den Glauben, über Gott und die Welt und die Sorgen von Kindern, von Eltern, von Trauernden. Und die dann von uns ein aufrichtiges und aufmunterndes Wort erwarten, Seel-Sorge im besten Sinne des Wortes.

Allen, die das unterstützen, und Woche für Woche nachschauen, auf dem Laufenden bleiben wollen, Gedanken teilen, möchte ich hiermit DANKE sagen.