Der Himmel geht über allen auf

Markuskirche Langenfeld

Gemeinsamer Himmelfahrts-Gottesdienst zur 725-Jahr-Feier in Langenfeld –

„Himmelfahrt in Langenfeld – Der Himmel geht über allen auf“ – unter diesem Motto laden die evangelischen Kirchengemeinden Bad Salzungen, Langenfeld, Tiefenort, Möhra, Ettenhausen, Immelborn und Leimbach am 26. Mai zu einem gemeinsamen überregionalen Himmelfahrts-Gottesdienst an die Markus-Kirche nach Langenfeld ein.

Dort findet vor der Kirche um 10 Uhr ein festlicher Open-Air-Gottesdienst mit Regionalbischöfin Dr. Friederike Spengler aus Erfurt statt. Anlass ist die 725-Jahr-Feier des Ortes.

Dieser Gottesdienst wird festlich mit ausgestaltet vom Männergesangverein Langenfeld e.V. unter Leitung von Stadtkantor Hartmut Meinhardt und der Bläsergruppe Leimbach unter Leitung von Gaby Otto. Pfr. Rudolf Mader und Pfr. Thomas Volkmann werden sich zusammen in die liturgischen Parts des Gottesdienstes einbringen.

Bei Regen findet der Gottesdienst übrigens in der Kirche statt.

Im Anschluss werden wir gut versorgt von Mitgliedern des Traditionsvereins bei Bratwurst und guten Getränken. Herzliche Einladung.

Lass dein Angesicht leuchten

Es gibt diese Momente, da geht über einem plötzlich ein Licht auf. Ein Licht-Moment, wenn mitten durch die dichten Wolken die Sonne durchbricht wie heute morgen. Oder mitten in einem traurigen Moment, wenn bei einem bestimmten Wort, mitten in einem Lied, bei einer Segenshandlung plötzlich ein Sonnenstrahl durch das Kirchenfenster erscheint. Oder mitten im Gespräch, an einem schwierigen Thema, wenn ein Durchbruch gelingt, das Thema verstanden ist, eine Lösung in Sicht ist. Über dir geht auf die Herrlichkeit Gottes. Eine Gottesbegegnung der besonderen Art. Ein Wachküssen am Morgen. Ein Händedruck, unerwartet. Ein Dankeschön an einen Unbekannten. Merken wir das? Erkennen wir das in unserem Leben? Sind wir dafür aufmerksam genug?

Bereit, Gott zu begegnen?

Gottesbegegnung, darum geht es an dem heutigen Sonntag. Über dir geht auf, die Herrlichkeit Gottes. Gott begegnen, mit Leib und Seele, mit Herz und Sinnen. So wie Mose Gott begegnet ist, von Angesicht zu Angesicht, dort im Dornbusch. Dabei rannte Mose gewissermaßen vor Gott weg. Er hatte Schlimmes getan, einen Menschen umgebracht, einen ägyptischen Aufseher, der einen Israeli beinahe zu Tode geschlagen hat, der unterdrückt hat, dem das offensichtlich Spaß gemacht hatte. Darf man das, einen Aggressor, einen Diktator stoppen? Muss man dem nicht Einhalt gebieten, dem Rad in die Speichen greifen, wie Bonhoeffer sagt, um Schlimmeres zu verhindern? Mose hat das getan, und fühlt sich schuldig. Und jetzt läuft er weg, wohnt in der Wüste, heiratet, kommt bei seinem Schwiegervater Jitro runter und kümmert sich fortan um Schafe, Kleinvieh, wird ihr Hirte. Und eines Tages, als er nicht damit rechnet, begegnet ihm Gott. Gerade ihm. Wer bin ich schon? Aber Gott weiß, was in ihm steckt, was er kann, was er mit ihm anfangen will. Und er hat Großes mit ihm vor. Er will ihn zum Menschen-Hirt machen, zum Hirten seiner Herde, seines Volkes. Und wer bist du? Ich bin der, der ich sein werde: Gott verwandelt sich immer in den, der er sein muss, um Menschen zu begegnen, um Menschen zu begleiten, um sie zu sehen, bei ihnen zu sein, mit ihnen zu gehen.

Diese Gottesbegegnung löst ganz viel bei Mose aus. Dass Gott selbst ihm begegnen will, dass er angesprochen wird, überrascht ihn. Karl Barth sagte einmal: Gott kommt immer senkrecht von oben, unerwartet, dann, wenn wir nicht damit rechnen. Dieses angesprochen werden führt zu einem Geborgenheitsgefühl. Er weiß sich gesehen, er weiß sich begleitet. Er kann auf die Hilfe Gottes zählen, er fühlt sich mit Kraft aus der Höhe ausgerüstet. Und das lässt ihn dienen. Davon will er immer mehr.

Aus der Gottesbegegnung entsteht viel mehr

Aus der Gottesbegegnung am Dornbusch, der nicht verbrennt, entsteht viel mehr. Es entsteht eine Gottesbeziehung, ein gegenseitiges Geben und Nehmen, und es wirkt sich in Moses Leben aus. Der “Gott-geht-mit” ist mit ihm, und das hilft ihm, die Israeliten vom Auszug aus Ägypten zu überzeugen. Nicht er selbst, Gott überzeugt sie, sich ihm anzuvertrauen, seinem Knecht, seinem Diener Mose.

Gott braucht dich, Menschen wie du und ich, Menschen, die durchaus einige Macken haben können, schwerwiegende Fehler gemacht haben können. Gott braucht uns als seine Werkzeuge. Was bei Gott zählt, ist am Ende, ob wir uns auf ihn einlassen, zulassen, dass er in unserem Leben Kreise zieht. Dass wir uns auf Gott vertrauen, dass wir uns ihn in den Dienst stellen, sein Angesicht sehen wollen, von Angesicht zu Angesicht in Beziehung zu ihm stehen wollen. Auch, wenn wir von außen bedrängt werden, auch wenn wir selbst im Zweifel sind. Und dann geschieht vielleicht das, was die Bibel im zweiten Buch Mose 34 beschreibt:

29 Als nun Mose vom Berge Sinai herabstieg, hatte er die zwei Tafeln des Gesetzes in seiner Hand und wusste nicht, dass die Haut seines Angesichts glänzte, weil er mit Gott geredet hatte. 30 Als aber Aaron und alle Israeliten sahen, dass die Haut seines Angesichts glänzte, fürchteten sie sich, ihm zu nahen. 31 Da rief sie Mose, und sie wandten sich wieder zu ihm, Aaron und alle Obersten der Gemeinde, und er redete mit ihnen. 32 Danach nahten sich ihm auch alle Israeliten. Und er gebot ihnen alles, was der HERR mit ihm geredet hatte auf dem Berge Sinai. 33 Und als er dies alles mit ihnen geredet hatte, legte er eine Decke auf sein Angesicht. 34 Und wenn er hineinging vor den HERRN, mit ihm zu reden, tat er die Decke ab, bis er wieder herausging. Und wenn er herauskam und zu den Israeliten redete, was ihm geboten war, 35 sahen die Israeliten, wie die Haut seines Angesichts glänzte. Dann tat er die Decke auf sein Angesicht, bis er wieder hineinging, mit ihm zu reden.

Gott strahlt auf mich ab

Der Abglanz Gottes auf seinem Angesicht. Dieses Strahlen im Gesicht, diese Ausstrahlung in meinem Wesen, in meinem Handeln und Tun, in meinem Denken und Fühlen. Solch eine Ausstrahlung hätte Folgen, Auswirkungen in meinem Leben. Es würde meine Beziehung zu dem nächsten, zu meinen nächsten, innerhalb der Familie, zu den Nachbarn, zu den unbekannten, zu denen ich geschickt bin, unmittelbar verändern. Sie würden die Herrlichkeit Gottes in meinem Leben spüren, dass Gott in meinem Leben eingezogen ist, in meinem Leben wirkt, sie würden Gottes Liebe spüren, die mich ganz und gar verändert.

Ich möchte mehr von diesem Strahlen in meinem Leben. Dass das Strahlen Gottes durch mein Leben hindurch strahlt, aufleuchtet, mein Gesicht anfängt zu glänzen. Ich glaube, das nennt man Segen, wenn Gott sein Angesicht auf mich erhebt, mir diesen Frieden, diese Ausstrahlung gibt. Deshalb spreche ich: Herr, lass dein Angesicht leuchten über mir und sei mir gnädig. Amen.

Schulanfangs-Gottesdienst „Du schaffst das!“

Am Freitag, 3. September, um 18 Uhr lädt die evangelische Kirchengemeinde Tiefenort alle Schülerinnen und Schüler, besonders aber die Schulanfänger mit ihren Eltern zu Gottesdienst ein. „Wir möchten die Kinder zum Schulanfang begrüßen und ihnen persönlich den Segen Gottes zusprechen,“ sagt Pfr. Thomas Volkmann.

Unter dem Thema „Du schaffst das: Wachsen auf gutem Grund“ gehen Jana und Thomas Volkmann der Frage nach, was man für einen guten Start in den Schulalltag braucht und wie man dafür den Boden bereiten kann. In der festlich geschmückten Kirche erwarten die Gäste zudem kleine Geschenke, die einem Kraft und Trost gerade in der Anfangsphase schenken.

Im Anschluss an den Gottesdienst wollen wir klären, wie wir mit den Kindern in die Christenlehre starten können. Wir freuen uns auf Euch!

Ich liebe Krimis

Die Geschichte von Kain und Abel in Verbindung mit dem Barmherzigen Samariter

Liebe Gemeinde,

ich liebe Krimis. Gerade erst habe ich die Reihe von Manfred Bomm und seinen Schwabenkrimis durchgearbeitet. Und es vergeht kaum ein Sonntag, an dem ich nicht „Death in Paradise“ schaue – oder einen Tatort. Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett, sagte einmal Felix Leibrock, Pfarrer und Kriminalautor bei einer Lesung seines neuesten Werks. Ich mag die Herausforderungen, das sich hineindenken in die Abgründe der menschlichen Seele, die Suche nach dem Wie und Warum. Da sind wir heute ja genau richtig.

Heute geht es um den ältesten Mordfall der Geschichte der Menschheit. Kain und Abel. Und um den Grundkonflikt: Was hat das eigentlich mit dem barmherzigen Samariter zu tun? Was daran ist denn barmherzig, wenn jemand den anderen drangsaliert, umbringt? Mir kommen grauenhafte Bilder in den Kopf: von Krieg und Zerstörung, ganz aktuell in Afghanistan, wo die einen auf die anderen einprügeln, töten, weil sie einem vielleicht nicht passen, weil sie das in ihren Augen falsche denken oder für andere „feindliche“ Organisationen gearbeitet haben. Gott bewahre, das will ich nicht erleben. Erzählungen kommen hoch über das, was im und nach dem 2. Weltkrieg passiert ist, mit Menschen, die auf der Flucht waren… Da ist der erste Mordfall fast schon unblutig dagegen. Hören wir selbst:

Abel wurde ein Schäfer, Kain aber wurde ein Ackermann. 3 Es begab sich aber nach etlicher Zeit, dass Kain dem HERRN Opfer brachte von den Früchten des Feldes. 4 Und auch Abel brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der HERR sah gnädig an Abel und sein Opfer, 5 aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig an. Da ergrimmte Kain sehr und senkte finster seinen Blick.

6 Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst du? Und warum senkst du deinen Blick? 7 Ist’s nicht so: Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie.

8 Da sprach Kain zu seinem Bruder Abel: Lass uns aufs Feld gehen! Und es begab sich, als sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot. 9 Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er sprach: Ich weiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein? 10 Er aber sprach: Was hast du getan? Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde.

Das war Mord, kein Totschlag. Nicht beiläufig, sondern geplant. Zeit, Gelegenheit, Motiv, das sind ja die drei Fragen, die sich die Kriminalisten stellen. Die Sache ist klar. Da war jemand neidisch darauf, dass der andere besser angesehen wurde. Niedere Beweggründe, sagt man, man hat schon für weniger gemordet. Eine Beziehungstat. Kain und Abel buhlten beide um die Liebe Gottes. Vielleicht war Abel der Friedliebendere von beiden, Kain derjenige, der schon immer härter gearbeitet hat. Ob er deswegen gewalttätiger war? Jetzt aber eskaliert es zwischen den beiden. Sie können sich nicht mehr in die Augen blicken. Die Emotionen übernehmen. Da ist sie, die „Sünde“, wie Gott sagt, sie nimmt überhand, nicht unter „Kontrolle“ zu kriegen. Alle Warnungen zum Trotz bringt er ihn um. Gewissensbisse?

Wo ist dein Bruder Kain? Gott weiß längst, was geschehen ist – und doch leugnet Kain die Tat, versucht er sich herauszuwinden. Das ist so typisch menschlich. „Sollte ich meines Bruders Hüter sein?“Als ob ihn das Leben des anderen nichts mehr anginge, trotz allem Neid und den ganzen Käbeleien. Aber mit genau dieser rhetorischen Frage gibt er sich ein Ja! Du hast Verantwortung nicht nur für dein eigenes Leben, sondern auch für den Nächsten!

Auch der barmherzige Samariter beginnt als eine Kains-Geschichte: es geschieht zwar kein Mord, aber fast ein Mord. Räuber – Menschen! rauben ihn aus, sie lassen ihn halbtot liegen. So geschieht es auf dieser Welt millionenfach: Menschen nehmen anderen was weg, meist ihre Lebensgrundlage, schlagen sie nieder, unterdrücken andere, führen sich als die Herrscher auf. Es interessiert sie nicht, was mit ihren Opfern geschieht. Halbtot lassen sie ihn liegen. Ist es da ein Wunder, dass Menschen da nur noch weg wollen, fliehen, um ihr Leben rennen? Der Priester, der Levit, Menschen auf dem Weg zur Arbeit, zu dem, was ihnen gerade wichtiger erscheint – sie schauen weg, sie laufen dran vorbei. Sich bloß nicht vereinnahmen lassen, anrühren lassen. Das könnte meinen Plan durcheinander bringen. Aber gerade durchs Wegschauen machen sie sich schuldig. Unterlassene Hilfeleistung, würde man heute sagen. „Sollt ich meines Bruders Hüter sein?“

Heute wird der barmherzige Samariter gelobt, gar Hilfsorganisationen nach ihm benannt. Damals waren die Samariter die Unreinen, das verhasste Brudervolk, Ausländer. Und gerade er schaut nicht weg, lässt ihn nicht liegen, hilft ihm auf, rettet Leben. Das ist gelebte Nächstenliebe, das was Christus uns eigentlich ins Herz geschrieben hat. Grenzenlose Liebe! Nicht schauen, was der andere ist, sondern einfach tun, was geboten ist.

Über die Zeiten des Christentums hinweg war das nicht immer so gelebt worden. Immer wieder sind wir in die Kains-Geschichte zurückgefallen, haben gemordet, geplündert, andere halbtot liegen gelassen, und um sie einen Dreck geschert. Ob im Mittelalter, in den Religionskriegen, im ersten oder zweiten Weltkrieg oder heute, da haben Christen Schuld auf sich geladen. Wir tun uns schwer damit, dass Jesus uns immer wieder Nächstenliebe gepredigt hat. Aber immer wieder wurde gelebte Nächstenliebe praktiziert, von einzelnen, von Gruppen. Mönche, die Hospize, Krankenhäuser, Schulen aufgebaut haben, die Idee von Henry Dunants Rotes Kreuz oder dem Arbeiter-Samariter-Bund: Menschen bedingungslos helfen. Wenn einem alles genommen wurde, die Ehre, die Würde, das, was das Leben ausmachte, ob durch Gewalt, Krieg, Flucht und Vertreibung oder aktuell in Flutkatastrophen, sucht man nach Möglichkeiten, wo man bleiben kann, wo man aufgefangen wird. Ihnen Hilfe zu geben, sie aus gefährdeten Situationen herauszuholen, das ist unser zutiefst christlicher Auftrag. „Sollt ich meines Bruders Hüter sein?“ Geht mich das wirklich an? Ja, und das gilt nicht nur für unsere Nachbarn, die wir gut kennen und häufig genug nicht gut genug; sondern auch für die Flutopfer und die Afghanen, die jetzt Hilfe brauchen, nachdem sie für uns gearbeitet haben. Das wäre barmherzig, das ist Christentum pur – gelebte Nächstenliebe. Alles andere wäre unterlassene Hilfeleistung oder das bewusste in Kaufnehmen von Mord- und Totschlag. Amen.

(Predigt am 13. So. n. Triniatis, 29.08.2021 in der Stadtkirche Bad Salzungen)

Hast du auf Fels gebaut?

Online-Gottesdienst zur Flutkatastrophe und zum Thema Gottvertrauen inmitten jeder Notlage

Hast du auf Fels gebaut oder hast du auf Sand gebaut? Diese Worte aus der Bergpredigt scheinen heute angesichts der Flutkatastrophe in Deutschland wie ein Bumerang zu wirken, sie hauen einen um, sie scheinen noch mehr auf die Situation einzuschlagen.

Dabei geht es Jesus hier um die viel grundlegendere Frage: Wem vertraust du? Worauf baust du im Leben? Wer ist der Fels in der Brandung, auf dem du stehst? An wem oder was orientierst du dich? Worauf verlässt Du Dich beim „Bau Deines Lebens“? Ein spannender Gottesdienst zum Thema Gottvertrauen und Hilfsbereitschaft, zum Problem der Überschwemmungen, ein Blick auf „Mein schiefes Häuschen” und zum Fundament unseres Lebens.

Mit diesem Gottesdienst verabschieden wir uns wie die vielen Störche in unserem Video aus der Radwegekirche Tiefenort in die Sommerpause. Alles Gute, Gottes Segen, gute Reise und schöne Ferien!