Krisen-Intervention bei Einsatzkräften

Gestern Abend (30.06.2026) durfte ich als Seelsorger bei den Einsatzkräften aus Tiefenort sein.

Am Sonntag (28.06), bei über 40 Grad, waren sie im Einsatz – ein schwerer Unfall auf der B62 mit einem Toten und mehreren Verletzten. Was sie geleistet haben, verdient größten Respekt.

In Absprache mit dem Kreisbrandmeister und dem Wehrführer haben wir uns getroffen. Nicht, um den Unfall zu erklären – das kann niemand. Sondern um da zu sein. Für Gespräche. Für Stille. Für alles, was in den letzten Tagen hochgekommen ist.

Denn diese Einsatzkräfte haben nicht nur schwerstes geleistet – sie waren auch persönlich betroffen. Es waren Nachbarn, Freunde, Vereinsmitglieder.

Wir haben über die Bilder gesprochen, die sich eingebrannt haben. Über die Wut, die Trauer, die Fragen nach dem Warum. Und wir haben gemeinsam geschwiegen.

Wir haben Kerzen angezündet als Zeichen der Verbundenheit. Und wir haben Steine in die Hand genommen – für die Last, die auf uns lag – und sie am Gedenkstein abgelegt.

Was ich erlebt habe, hat mich tief bewegt.

Da war eine Geschlossenheit, ein Zusammenhalt, den ich selten in einer Gruppe gespürt habe. Einsatzkräfte, die nicht nur Kameraden sind – sondern füreinander da sind. Sie haben nicht weggeschaut. Sie haben sich gehalten.

Krisen-Intervention ist keine Zauberei.
Sie kann die Bilder nicht aus dem Kopf löschen.
Aber sie kann helfen, ihnen einen Ort zu geben.
Sie kann helfen, die Last zu teilen.
Und sie kann zeigen: Du musst das nicht allein tragen.

Ich finde, unser Auftrag als Kirche ist es, da zu sein.
Nicht mit großen Worten, sondern mit offenen Türen.
Mit Ritualen, die Halt geben.
Mit Menschen, die zuhören, ohne zu bewerten.

Ich danke allen Einsatzkräften für ihren Mut, ihre Offenheit und diesen starken Zusammenhalt.

Ihr seid nicht allein. Wir sind für euch da. 🙏

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