Wir sind gesegnet, diese Welt zu segnen

Gottesdienst gab Kraft für die Seele

Einen belebenden Gottesdienst hat die evangelische Kirchengemeinde Tiefenort am 3. April gefeiert. Es sollte ein „Gottesdienst für die Seele“ werden, der berührt und inspiriert – und genau ist auch geschehen. „Dieser Gottesdienst hat mir ganz viel Kraft gegeben,“ sagte am Ende Rosemarie Rosenek, und nicht nur sie war voll des Lobes über ein ganz anderes Gottesdienst-Format.

Zur Ruhe kommen, Kerzen anzünden, Kraft schöpfen, gesegnet werden, das war das Konzept, das Pfarrer Thomas Volkmann mit einem Team von Musiker und weiteren Ehrenamtlichen konsequent umgesetzt hat. Schon die Atmosphäre war ganz anders: eine mit Tüchern geschmückte Kirche, viele brennende Kerzen, ein Regenbogen-Bodenbild mit Friedenstauben von den Christenlehre-Kindern. Schöne und moderne Musik erklang von der dreiköpfigen Band: Jochen Wölkner, Aliaksandra Eyring und Pfr. Thomas Volkmann, die auch die flotten Gemeindelieder begleiteten. Karola Gebhardt und Brigitte Kettner trugen inspirierende Texte vor, Erika Drescher las die Segensgeschichte von Abram aus 1. Mose 12, die zugleich Grundlage für die Dialogpredigt zwischen Rosemarie Rosenek und Pfr. Thomas Volkmann war.

Ein Segen sein – was heißt das?

Thema des Gottesdienstes war: Wir sind gesegnet. So wie Abram Gottes Segen erfahren hat, ist auch in uns Gottes Segen angelegt. „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein!“ beinhaltet aber zugleich auch den Auftrag, den Segen Gottes weiterzugeben. „Wie ein überquellender Schokoladenbrunnen sind wir Empfangende und Gebende“, meinte Pfr. Thomas Volkmann und verwies auf die vielfältigen Gaben und Fähigkeiten, mit denen wir zum Segen für andere werden können. Dabei kam auch die Situation der ukrainischen Flüchtlinge in den Blick, die aktuell in der Krayenberghalle u.a. von über 75 Helfern betreut werden. Über 20 ukrainische Gäste waren mit im Gottesdienst.

Kerzen anzünden und gesegnet werden

Tief bewegt hat dann die Möglichkeit, Kerzen anzuzünden und dabei im Gebet an bestimmte Menschen und Situationen zu denken. Gerade für die ukrainischen Gäste war das eine Möglichkeit, ihren Sorgen Ausdruck zu verleihen. Auch die Möglichkeit zur persönlichen Segnung wurde gerne und dankbar angenommen. Ein Song der Band blieb vielen noch lange in den Ohren: Wir sind gesegnet, diese Welt zu segnen. Wie wahr.

Gottesdienst für die Seele

Am Sonntag (3. April 2022) gibt es um 18 Uhr in Tiefenort einen „Gottesdienst für die Seele“. „Wir probieren damit ein neues Gottesdienst-Format aus“, sagt Pfr. Thomas Volkmann. „Ankommen bei sich und bei Gott, zur Ruhe kommen, Kraft tanken, Frieden finden sind dabei vier Schlagworte, die uns in der Vorbereitung ganz wichtig waren.“

Eine große Rolle spielt in diesem Gottesdienst die Musik. Mit einer kleinen Band werden alte und neue Lieder gespielt. Gedanken tanken durch inspirierende Texte soll so und mit freien Texten möglich sein. Die Besucher können Kerzen anzünden und damit signalisieren, dass sie an jemanden oder etwas Besonderes denken und diese Sorgen mit dem Licht im stillen Gebet vor Gott bringen. „Wichtig finden wir in diesen Tagen auch das Gebet um Frieden“, sagt Pfr. Thomas Volkmann. Zudem besteht die Möglichkeit der persönlichen Segnung, denn der Gottesdienst hat den Titel: „Wir sind gesegnet“.

Reflektiert werden in diesem Gottesdienst auch die letzten zwei Wochen, in denen sich viele Menschen aus dem Helferkreis in Tiefenort um ukrainische Flüchtlinge gekümmert haben und so für andere zum Segen geworden sind.