Heute am Fluss. Das Wasser steigt, ein Baum steht mittendrin. Die Strömung reißt, kleine Schnellen bilden sich. Aber er steht. Fest verwurzelt. Standfest.
Wann hab ich mich das letzte Mal so gefühlt? Fest verwurzelt. Nicht aus der Bahn geworfen. Egal, was kommt.
Meistens ist es anders. Die Nachrichten überfluten mich. Der Job drückt. Zu Hause hakt’s. Und ich? Schwanke wie Schilf.
„Sei mir ein starker Fels“, betet jemand in der Bibel. Ein Anker. Etwas, woran ich festmachen kann, was mich hält, wenn alles wackelt.
Vielleicht ist Glaube genau das: kein Schutz vor dem Wasser, aber Halt im Wasser. Wie bei dem Baum. Die Flut kommt trotzdem. Aber ich treibe nicht weg.
Und wenn ich nicht weiß, woran ich festmachen soll? Dann reicht vielleicht heute nur ein Satz: Du bist gehalten. Auch ohne zu sehen, von wem.
Probier’s. Steh einfach mal. Atmen. Spüren, dass da Grund ist unter dir.
Wo suchst du Halt, wenn’s stürmt? Schreib’s mir in die Kommentare. 🌊
Manchmal beginnt das Größte ganz leise. Ein Kind auf dem Arm. Ein wenig Wasser. Ein Name. Ein Lächeln.
Gerade darin liegt die Kraft der Taufe. Sie ist kein großes Spektakel – und doch eines der stärksten Zeichen des christlichen Glaubens. Denn in der Taufe sagt Gott selbst: Du bist mir wichtig. Du gehörst zu mir. Dein Leben steht unter meinem Ja.
Hineingetaucht – nicht nur benetzt
Wenn wir taufen, sprechen wir davon, dass ein Mensch hineingetaucht wird in Gottes Gnade. Dabei geht es nicht nur um ein paar Tropfen Wasser auf der Stirn. Vielmehr beschreibt dieses Bild eine Bewegung, die das ganze Leben umfasst.
Gott umgibt dieses Leben. Von Anfang an. Und ohne Vorbedingungen.
Noch bevor dieses Kind etwas leisten kann, noch bevor es Fehler macht und noch bevor es seinen eigenen Weg geht, steht Gottes Zuspruch fest. Der Wert dieses Menschen muss nicht bewiesen werden.
Viele Eltern sagen: Wir wollen feiern. Und genau das ist die Taufe auch: ein Fest.
Ein Fest darüber, dass ein neues Leben da ist. Ein Fest darüber, dass dieses Leben mehr ist als Zufall oder biologische Notwendigkeit. Ein Fest darüber, dass Gott sich zu diesem Menschen stellt.
Die Taufe ist kein Abschluss, sondern ein Anfang. Kein Ziel, sondern ein Startpunkt. Gott sagt nicht: Mal sehen, was aus dir wird. Er sagt: Ich bin da – egal, was kommt.
Gott hält seine Hand über dir
In der Bibel gibt es ein starkes Bild: den Regenbogen. Er ist Zeichen dafür, dass Gott seine Zusage nicht zurücknimmt, sondern dass er sich selbst bindet: an die Menschen, an diese Welt.
So ist auch die Taufe ein Zeichen des Schutzes und des Segens. Nicht als Garantie für ein sorgenfreies Leben. Aber als Zusage: Du gehst nicht allein.
Es wird Tage geben, an denen das Leben schwer ist. An denen Eltern ihr Kind nicht vor allem bewahren können. An denen Wege unsicher werden.
Die Taufe erinnert: Gottes Hand ist größer als unsere Angst.
Gott sieht dich an
Vielleicht ist das das zärtlichste Bild der Taufe: Gott sieht dieses Kind an – so, wie eine Mutter ihr Kind ansieht.
Mit einem Lächeln. Mit Liebe. Mit völliger Annahme.
Nicht prüfend. Nicht vergleichend. Nicht fordernd.
So sieht Gott den Menschen an. Und dieser Blick gilt ein Leben lang. Das gilt auch dann noch, wenn wir ihn selbst längst vergessen haben.
Du bist gerufen – bei deinem Namen
In der Taufe wird ein Name genannt. Dein Name. Das ist mehr als eine Formalität.
Gott ruft Menschen nicht anonym. Er sagt nicht: Irgendwer da draußen. Er sagt: Du.
Die Taufe schenkt Identität: Du bist mehr als das, was andere in dir sehen. Mehr als das, was du einmal leisten wirst. Mehr als deine Erfolge und deine Fehler.
Was Taufe für Eltern bedeutet
Eltern bringen ihr Kind zur Taufe, weil sie spüren: Wir können nicht alles tragen.
Die Taufe entlastet. Sie sagt: Dieses Leben liegt nicht nur in unseren Händen.
Eltern müssen nicht perfekt sein. Sie dürfen vertrauen. Sie dürfen loslassen – ein Stück.
Was Taufe für Patinnen und Paten bedeutet
Paten übernehmen kein Amt, sondern eine Beziehung. Sie versprechen nicht, alles richtig zu machen. Sie versprechen, für ihn, für sie, für euch als Familie, da zu sein.
Mitzugehen. Zuzuhören. Glauben vorzuleben – auch mit Fragen und Zweifeln.
Taufe schafft Gemeinschaft über Generationen hinweg.
Was Taufe für unsere Gesellschaft bedeutet
In einer Welt, die Menschen oft nach Leistung, Nutzen oder Erfolg bewertet, setzt die Taufe ein starkes Zeichen:
Jeder Mensch ist wertvoll. Nicht irgendwann. Nicht unter Bedingungen. Sondern von Anfang an.
Taufe widerspricht einer Logik, die fragt: Was bringt mir das? Sie sagt: Dieses Leben ist es wert, geschützt und geachtet zu werden.
Wo Taufe gefeiert werden kann
Viele denken bei Taufe zuerst an ein Kirchengebäude. Und ja: Kirchen sind gute Orte dafür. Orte der Stille, der Geschichte, des Gebets. Klar, dort steht ja auch der Taufstein.
Aber schon die Bibel erzählt anders: Der äthiopische Kämmerer sagt:
„Siehe, da ist Wasser – was hindert’s, dass ich mich taufen lasse?“
Taufe ist nicht an Mauern gebunden. Sie braucht Wasser, Gottes Wort und die Gemeinschaft.
Darum sind auch andere Orte möglich: am Fluss, am See, im Garten, an einem besonderen Platz im Leben der Familie. Entscheidend ist nicht der Ort – entscheidend ist Gottes Zusage.
Taufe und Segen – was ist der Unterschied?
Viele Menschen wünschen sich heute eine Segensfeier. Das zeigt: Die Sehnsucht nach Zuspruch ist da.
Segen ist wichtig. Taufe geht weiter.
In der Taufe handelt Gott selbst verbindlich. Er sagt nicht nur: Ich wünsche dir Gutes. Er sagt: Du gehörst zu mir.
Taufe ist einmalig – weil Gottes Zusage trägt.
Ein Wort zum Schluss
Die Taufe sagt einem Menschen nicht, wie sein Leben verlaufen muss. Aber sie sagt, worauf er sich verlassen darf.
Du bist hineingetaucht in Gottes Gnade. Du bist angesehen. Du bist begleitet. Du bist wertvoll.
Es war Sonntagmorgen und die vertrauten Klänge der Kirchenglocken hallten über der Stadt. Für die meisten gehörte dieses Gebimmel zum Wochenritual. Doch für Kerstin wurde es zur ungebetenen Mahnung. „Oach, nicht schon wieder dieses lästige Geklingel“, murmelte sie genervt und zog sich die Bettdecke über den Kopf. Da meldete sich diese seidenweiche Stimme – der „Ausreden-Erfinder“: „Lass dich nicht stören, Kerstin. Du hast wirklich keine Zeit für solchen Kirchenkram. Denk an all die Arbeit und den großen Garten. Und die Enkelkinder kommen nächste Woche…“
Kerstin nickte. Wie immer fand der Ausreden-Erfinder die richtigen Worte. Arbeit klang logisch und wichtig, Gottesdienst hingegen nur lästig und zeitraubend. Kaum hatte sie diesen Gedanken gefasst, spannen feine Fäden aus ihrer Vorstellung eine ganze Traumwelt: Sie sah sich die zahlreichen Aufgaben erledigen – Rasenmähen, Hecke schneiden, Dach säubern, Fenster putzen, den Pool für die Enkel vorbereiten. Eine erdrückende Last der Verantwortung. Doch der Ausreden-Erfinder hatte eine Rettung parat: „Außerdem darfst du heute mal an dich denken. Gönn dir eine Auszeit vom Stress, tu was für deine Seele.“ Das klang verlockend.
Und damit nicht genug, folgte die nächste raffiniert eingefädelte Ausrede: „Denk auch an deine Familie, du hast so wenig Zeit für sie…“ Familiensonntage, wie wunderbar! Mit Lächeln auf den Lippen stellte sich Kerstin dieses gemütliche Zusammensein mit Mann und Kindern vor. Der Meister der Missverständnisse hatte sein Werk ein weiteres Mal vollendet. Mit scheinbar plausiblen, ehrenwerten Gründen hatte er Kerstin vom Weg der Wahrheit abgelenkt.
Der Ausreden-Erfinder
So verlockend und doch so leer sind die Flüsterattacken des Ausreden-Erfinders. Wieder einmal hielt er Kerstin von dem ab, was wirklich wichtig und sinnstiftend ist. Doch die Fallen seiner Ausreden-Welt zu durchschauen ist der erste Schritt, ihnen zu entkommen.
Jesus selbst kannte dieses Phänomen der permanenten Ausrederei nur zu gut, wie seine Geschichte vom Großen Abendmahl zeigt (Lukas 14): Ein Mann hatte ein opulentes Festmahl vorbereitet und viele Gäste geladen. Doch als der Diener sie rufen ging, begann ein Ausreden-Marathon:
„Ich habe einen Acker gekauft…“ „Ich habe neue Ochsen zu erproben…“ „Ich habe geheiratet…“. Ob Geschäfte, neu angeschaffte Tiere oder die Ehefrau – immer gab es scheinbar logische, rationale Gründe abzusagen. Dabei waren es meistens nur Ausflüchte. Denn eigentlich hatten die meisten von ihnen schlicht keine rechte Lust auf Gottes Einladung.
Klingen diese Ausreden nicht erschreckend vertraut? Auch wir finden ständig Gründe, die uns von Gott und seiner Gemeinschaft fernhalten: „Ich muss zum Fußballspiel…“ „Meine Enkel kommen zu Besuch…“ „In der Kirche reden sie eh nur von Nächstenliebe…“
Der Ausreden-Erfinder ist ein kreativer Meister, wenn es darum geht, uns einzureden, dass andere Dinge wichtiger seien als die Beziehung zu Christus und seiner Kirche. Wie traurig, wenn wir ständig nur Ausflüchte finden und Gottes großzügiges Angebot der Gemeinschaft und Erlösung ablehnen.
In Jesu Gleichnis ist die Enttäuschung über die vielen ablehnenden Antworten groß. Keiner der Geladenen will kommen, obwohl sie die Ehre einer persönlichen Einladung hatten. Doch dann wendet sich das Blatt: Der Hausherr schickt seine Diener aus, um die Armen, Krüppel, Blinden und Lahmen einzuladen – all jene, die man sonst übersehen hätte. Und am Ende wird das Haus auf wundersame Weise doch noch gefüllt.
Möge das Haus voll werden
Was für ein Bild der Gnade Gottes! So wie der Hausherr gab er nie auf, sondern wandte sich immer wieder neu Menschen zu. Als die Erstgeladenen ablehnten, ging der Ruf weiter an die Randständigen und Ausgestoßenen. Gottes Einladung ist grenzenlos.
Doch Gott will nicht, dass wir bloß Gäste und Fremde bleiben. Durch Jesus Christus werden wir mehr: „Mitbürger und Gottes Hausgenossen“, wie es in Epheser 2,19 heißt. Wir sollen nicht einfach eingeladene Besucher sein, sondern zur Familie gehören! Die Gemeinde der Gläubigen wird in Epheser 2 sogar mit einem Tempel verglichen, der auf dem Fundament der Apostel und Propheten ruht. Christus ist der Eckstein, der alles zusammenhält. Und wir, die Erlösten, sind die lebendigen Steine, aus denen sich dieser heilige Tempel erbaut (Vers 20-22).
Gott ruft uns dazu, nicht nur vorbeizuschauen, sondern seinen geistlichen Tempel, seine Kirche vor Ort, mitzuerbauen und mitzutragen. Wir sollen keine distanzierten Zaungäste sein, sondern eine tragende Rolle in seinem großen Erlösungsplan einnehmen.
Nicht nur dabei stehen, sondern mitmachen
Heute hören wir Gottes Einladung aufs Neue! Es ist nie zu spät, die wichtigsten Gäste bei seinem großen Fest der Gemeinschaft und Erlösung zu werden. Gott möchte, dass ihr nicht nur Besucher und Zaungäste seid, sondern als geliebte Kinder mit zur Familie gehört. Lasst uns seine Einladung annehmen! Er lädt uns ein zu einem nie endenden Feiern der Freude und Gemeinschaft mit ihm. Nicht als distanzierte Gäste, sondern als Mitträger und Miterbauer seines Reiches auf Erden. In Christus sind wir lebendige Bausteine für Gottes neuen, herrlichen Tempel. Er will uns nicht stehen lassen, sondern voranbringen. Seine Einladung führt uns ins wahre, erfüllte Leben!
Deshalb weg mit den Ausreden! Her mit einem klaren, mutigen Ja zu Jesus und zur weltweiten Gemeinschaft derer, die an ihn glauben. Lasst uns unseren Platz inmitten des Gottesvolkes einnehmen – nicht als passive Zaungäste, sondern als aktiv Mitfeiernde und Mitbauende an seinem großen Erlösungswerk. Gottes Einladung gilt heute mehr denn je – für uns, hier und jetzt und an jedem neuen Tag, der vor uns liegt! Amen.
Täglich scrollen wir durch unsere Social-Media-Feeds und sehen Beiträge von Menschen, denen wir folgen. Aber warum folgen wir ihnen eigentlich? Weil sie uns unterhalten? Weil sie uns inspirieren? Oder weil wir ihre Meinung teilen?
Nachfolge bedeutet mehr als nur folgen
Jesus Christus lädt uns ein, ihm nachzufolgen. Doch Nachfolge bedeutet mehr als nur einem Profil auf Social Media zu folgen. Es bedeutet, Jesus im Denken und Handeln nachzueifern. Es bedeutet, sich von ihm formen und verändern zu lassen. Glauben leben und umsetzen bedeutet für mich mehr als nur Sonntags in die Kirche zu gehen. Es bedeutet, Jesus im Alltag nachzufolgen, auch wenn es schwierig ist. In einer Zeit, in der Menschen ausgegrenzt, gemobbt und mit Hass konfrontiert werden, ist es wichtiger denn je, dass wir als Christen ein Zeichen der Hoffnung und Liebe setzen.
Christen sind nicht allein – wir sind mehr, die das Gute wollen!
Gemeinschaft heißt – nicht nur Sonntags im Gottesdienst – uns gegenseitig zu stärken, füreinander da zu sein, aber auch miteinander und voneinander zu lernen, wie wir den Glauben in der Praxis umsetzen. Das zeigen uns übrigens nicht nur die Kirchentage. Gute Veranstaltungen, Gruppen und Kreise, in denen ich mich wohlfühle, gibt es viele.
Kann ich noch guten Gewissens einfach so jemandem folgen?
In einer Welt voller Influencer und Meinungsmacher ist es wichtig, dass wir uns kritisch mit den Inhalten auseinandersetzen, die wir konsumieren. Schließlich ist nicht alles, was glitzert, Gold.
Fünf Fragen, die wir uns stellen sollten:
Warum folge ich dieser Person?
Welche Werte und Überzeugungen vertritt diese Person?
Wie beeinflusst diese Person mein Denken und Handeln?
Führt mich diese Person näher zu Jesus oder entfernt sie mich von ihm?
Kann ich guten Gewissens den Inhalten dieser Person folgen?
Nachfolge ist eine Herausforderung
Nachfolge ist nicht immer einfach. Es bedeutet, Entscheidungen zu treffen, die nicht immer bequem sind. Es bedeutet auch, gegen den Strom zu schwimmen. Aber es ist die lohnendste Entscheidung, die wir treffen können.