Wenn am 1. Februar um 18 Uhr die Lichter gedimmt werden, erwartet die Besucher keine steife Liturgie, sondern ein atmosphärisches Zusammenspiel aus handgemachter Live-Musik, tiefgehenden Visionen und dem wärmenden Schein hunderter Kerzen. Die Kirchengemeinde lädt zum großen Finale ihrer Epiphanias-Reihe.
„Licht für Alle“ – dieser Titel prangt groß auf den Plakaten, und er ist an diesem Abend wörtlich zu nehmen. Schließlich setzt die Kirchengemeinde Tiefenort in einer Zeit, in der die Nachrichten oft düster wirken, einen leuchtenden Kontrapunkt. Dabei steht ein Thema im Mittelpunkt, das aktueller kaum sein könnte: „Wie verändert uns das Licht? Die Vision – wenn Angst weicht“.
Rock-Balladen statt Orgelklang: The Quite Site
Für den passenden Soundtrack sorgt an diesem Abend jedoch nicht die Orgel. Stattdessen bringt die Band „The Quite Site“ Gitarren und eine Mundharmonika mit in den Altarraum. Die beiden Musiker, Mathias Gunia und Michael „Muggemicha“ Gerlach, sind bekannt für ihren authentischen und ungeschliffenen Sound.
Wer bei Kirchenmusik nur an alte Choräle denkt, wird folglich überrascht sein: Auf der Setlist stehen Welthits von Bruce Springsteen, CCR, Neil Young sowie Simon & Garfunkel. Songs wie „The Sound of Silence“ oder das hoffnungsvolle „Here comes the sun“ der Beatles werden die alten Mauern der Peterskirche erfüllen. Es ist gerade diese Mischung aus Weltmusik und geistlichem Impuls, die den Abend so nahbar macht.
Ein Lichtschein unter der Tür
Inhaltlich bildet der Gottesdienst den Abschluss der Predigtreihe „Dem Licht auf der Spur“. Nachdem es zuletzt um Themen wie Taufe und Krise ging, richtet sich der Blick nun auf die Vision. Die Predigt greift dazu ein starkes Bild auf: Wie ein Lichtschein, der unter einer Tür hindurchfällt und einem Kind im Dunkeln die Angst nimmt, so soll die biblische Vision als „Gegen-Bild“ zur oft beängstigenden Realität wirken.
Überdies schlägt der Gottesdienst ganz lokale Brücken – bis hinunter in den Schacht von Merkers. „Ohne Licht keine Schicht“ – dieses alte Bergmannswort wird an diesem Abend zur Metapher für Lebensmut. Somit erhalten die Besucher nicht nur geistliche, sondern auch ganz praktische Orientierung für den Alltag.
Glühwein und Gespräche vor besonderer Kulisse
Ein weiteres Highlight des Abends ist das „Kerzenritual“. Die Besucher sind hierbei eingeladen, ganz persönlich ein Licht zu entzünden – als Zeichen für eine Hoffnung, die sie nicht aufgeben wollen.
Weil Gemeinschaft aber nicht mit dem „Amen“ endet, geht der Abend anschließend erst richtig weiter. Die Gemeinde lädt deshalb zum „gemütlichen Ausklang“ ein. Bei einem Imbiss und heißem Glühwein ist dann Zeit, um vor der illuminierten Kulisse der St. Peterskirche zusammenzustehen, der Musik zu lauschen und ins Gespräch zu kommen.
Termin: Lichter-Gottesdienst mit „The Quite Site“
Wann: Sonntag, 1. Februar, 18:00 Uhr Wo: St. Peterskirche, Tiefenort Eintritt: Frei (Kollekte erbeten)






